Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

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Moderator: ScarlettOHara

hassaufsohn
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von hassaufsohn » 16. Feb 2018, 21:24

das wird eine optische täuschung sein, oben ist es ja nicht viel, meistens.. es wird eben immer mehr und wenns abläuft ist es eben unten schön sichtbar.. während oben meist beinahe nichts ist ;)

wenn ich mir die bilder genauer betrachte ist es aber wirklich so..
da hat jemand eine völlig nutzlose (beinahe) kamineinfassung draufgezimmert!
eventuell ist sie einfach nur durch wind und wetter verschoben..
leider ist es aber oft wirklich so ingezimmert :roll:

unüblich das sie nicht über den betonkranz hinaus geht.. für meinen geschmack..
und falsch auf alle fälle.. das sie dir einige cm kaminquerschnitt klaut so wie sie da hängt.

das ganze sollte ebenfalls wie das wandfutter bündig und dicht (nach möglichkeit dehnbar) angebracht sein..
so prallt die warmeluft an das kalte blech und läuft natürlich als kondensat im schornstein ab..
dann noch ein paar tropfen von der haube und es ist zuviel des guten.

wenn du die tritte legen lässt würde ich die sache mal abändern lassen..
die kamineinfassung oben und die welle..

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ed0red
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von ed0red » 17. Feb 2018, 08:56

Also nehme ich für mich mit das ich auf jeden Fall das Wandfutter neu einsetzen sollte.

Die Welle mache ich auch noch runter (sicherheitshalber) kann ich sonst noch irgendwas im Schornstein machen?

Schwarzmann
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Schwarzmann » 17. Feb 2018, 10:17

Hat der Schornstein eine Gesamtlänge Sohle - Mündung von maximal 5 Metern, so kann auch von unten gekehrt werden und Du sparst Dir die Dachtritte und der Schornsteinfeger die gefahrengeneigte Dachbegehung. Allerdings ist die Kehrung vom Wohnzimmer aus immer so eine Sache....wegen der Verschmutzungsgefahr. Aber dagegen nimmt man einen Schaumstoffpfropfen, den man in das Türchen presst und DA hindurchfegt.

Danke für die vielen tollen Bilder. Demnach gibt es keine Blechabdeckung an der Mündung, sondern nur diesen Blechkranz innen am Austritt. Das könnte aber auch das technisch erforderliche Dehnfugenblech sein. Vor der Entfernung erstmal alles genau ansehen. Ich hoffe auch, dass der Betonabschluß an der Mündung ein Gefälle nach außen hat, so dass Tropfwasser von der Haube nicht in die Mündung läuft.

Ich schließe mich hassaufsohn an. Der Schornstein kondensiert tatsächlich beim Anheizen! Ein eher seltenes Phänomen, das nur in einer relativ dünnen Ursachenbandbreite auftritt. Aus der anfänglichen Feuchtebenetzung werden kleine Tröpfchen, aus den Tröpfchen Tropfen die nach unten laufen, anderes Kondensat mitreißen und so unaufhaltsam unten antreffen. Auch im Laufe der Befeuerung geht das weiter, denn alles was am Anschluß vorbei ist kann nicht mehr beheizt und verdunstet werden.

Hier sollte mit wirklich extra sehr viel Anzündholz und kleinerem Hauptholz sehr intensiv angefahren werden, um eine hohe Abgastemperatur UND eine große Abgasmenge zu erzeugen. Diese füllt den Schornstein besser aus und beheizt ihn intensiver. Damit wird dieser chaotische Bereich der ablaufenden Tropfen schneller überschritten. Probier DAS mal aus.
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

ed0red
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von ed0red » 17. Feb 2018, 14:01

Also ich bin heute los gewesen und habe mir Weichholz Briketts und Buchholz Briketts gekauft damit ich mit größerer Hitze anheizen kann.
Das probiere ich jetzt erst einmal aus, Mal sehen ob es was bringt.

Ich melde mich nachdem ich alles probiert (in mehreren Ausführungen) habe...drückt mir die Daumen

Schwarzmann
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Schwarzmann » 17. Feb 2018, 17:51

ICH würde mit Nadelholz anheizen, nimm Palettenholz und mach DAS klein, DAS bläst durch.

5-10cm Anzündturm aus fingerdicken Hölzern, darunter 3-5 dachlattenstarke Hölzer, darunter 2-3 ca 5cm dickes Scheitholz, alles bevorzugt Nadelholz.
DANN ebenso flott weiterheizen mit nachlegen von 2-3 5cm starken Laubholzscheiten, DANN auf dickeres umsteigen und normal im Haltebetrieb weiterheizen.

Ich denke das geht HIER halt NUR SO.

Und zur Gewissheit vielleicht : Werbung entfernt Bimetall-Analog-Abgasthermometer-Zeiger-Rauchgasthermometer
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

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Schloti
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Schloti » 18. Feb 2018, 08:29

Ich stimme Schwarzmann mit seinem Beitrag vom 17.2 um 10.17 voll zu. Holzbrikett halte ich nur für bedingt geeignet. Hier ist ein langsamerer Abbrand nicht soo opti. Besser wäre meiner Meinung nach immer wieder mal den halben Tag mit Scheitholz richtig durchzuheizen. ( Luftregeler ruhig mal offen lassen)
Wie oft wird der ofen bisher geheizt und wie lange wurde der ( bevor du eingezogen bist ) nicht mehr genutzt?
Wenn der z.B. Jahrelang nicht mehr oder fast nicht mehr geheizt wurde hat das Mauerwerk über Dach auch Feuchtigkeit aufgenommen und kühlt zusätzlich die Rauchgastemp runter. ( Ich hatte neulich auch einen Fall bei Freunden da gabs bei der Wiederinbetriebnahme Zugprobleme. Den habe ich mit dem Ausbrennapperat richtig aufgeheizt. Im Dachboden sah man nach einer halben Stunde richtig den Dampf rauskommen
Der relativ große Querschnitt ist zwar auch nicht soo gut, aber sollte ohne eine Sanierung klappen.

Brandmeister_0701
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Brandmeister_0701 » 18. Feb 2018, 11:15

Hallo ed0red,

hast du deinen Schornstein vor dem stellen des Kaminofens ausmessen lassen und dann vom Schornsteinfeger durchrechnen lassen? Ich bin mir fast sicher, dass mir die Software ein negatives Ergebnis ausspucken würde, wenn ich das durchrechnen würde. Bei einem derart großen Querschnitt, einem ungedämmten Schacht und dann noch einem modernen Kaminofen sollten die Alarmglocken immer zu läuten beginnen. ;) Wie die anderen schon festgestellt haben hast du das klasische Problem, dass die Abgase den Taupunkt schon im Schornstein unterschreiten und sich daher der im Abgas enthaltene Wasserdampf als Kondensat auf den kalten Schornsteinwandungen niederschlägt.

Meine Empfehlung: Lass ein Rohr einziehen. Diese Querschnittsverringerung bewirkt verdammt viel. Und wenn du es richtig machen willst, dann nimm ein gedämmtes Edelstahl- besser noch Keramik-Sytem. Der Querschnitt von 25 auf 25 cm von deinem Schacht lässt da viel Spielraum. ;) Ich frage mich auch immer, warum man sich einen teuren Kaminofen kauft, dann aber beim Schornstein sparen will. Dabei ist der Schornstein sozusagen der "Motor" des Kaminofens und gerade sein Zugverhalten für eine saubere und schadstoffarme Verbennung eigentlich die wichtigste Voraussetzung. Daraus ergibt sich, dass die Abgasanlage optimalerweise immer auf den bzw. die daran angeschlossenen Feuerstätten abgestimmt sein muss. Also nimm das Geld in die Hand, lass es richtig machen und dann hast du RUHE. Hinzu kommt die Freude an einem System, was optimal funktioniert (auch unter ungünstigen Bedingungen, bei höheren Außentemperaturen beispielsweise in der Übergangszeit).
Ich habe übrigens selber meinen alten Schornsteinschacht saniert und ein gedämmtes Edelkeramikrohr eingezogen. Die ganze Sache hat an Materialkosten auch fast 3000 Euro verschlungen (Lohnkosten keine, da ich alles selbst gemacht habe). Ich kann nur sagen, dass ich es immerwieder so machen würde, da die Funktion einfach perfekt ist. Ach ja, wir gehören übrigens auch nicht zu den Superverdienern unserer Zweiklassengesellschaft. :lol: Mein Motto ist nur immer, dass man lieber einmal alles richtig machen sollte als 5 Mal nur halb.

Trotzdem will ich dir noch einen Tip geben was du versuchen kannst. Zum einen den Schornstein im Kaltbereich (also auf dem Dachboden und Überdach) von außen mit Mineralfaserdämmmatten dämmen. Das hat zum Ziel, dass die Schornsteinwände durch die Wärmeenergie des Abgases eine höhere Temperatur annehmen können. Dann ist die Frage, in welchen Raum sich die untere Reinigungsklappe befindet. Es gibt Mantelsteinverschlüsse die eine Nebenluftvorrichtung (Zugbegrenzer) enthalten. Mit so einem Zugbegrenzer hättest du gleich 3 Vorteile:
- das Zugverhalten deines Schornsteins wird konstater und du verbrauchst dadurch weniger Brennstoff
- das Taupunktverhalten des Schornsteins wird verbessert (Also der Taupunkt wird abgesenkt und kommt dadurch deiner geringen Abgastemperatur entgegen. Im optimalen Fall hast unterschreitet der Taupunkt dann die Temperaturen im Mündungsbereich deines Schornsteins, wodurch sich kein Kondensat mehr im Inneren ausschlägt.)
- durch die bessere Durchlüftung des Schornsteins bleibt dieser immer schön trocken.
Das kannst du dir ja mal überlegen.

Schloti hat geschrieben:[...] Den habe ich mit dem Ausbrennapperat richtig aufgeheizt. Im Dachboden sah man nach einer halben Stunde richtig den Dampf rauskommen. [...]

Wenn du da Pech hast fängt die im Mauerwerk enthaltene Flüssigkeit im oberflächennahen Bereich an zu sieden. Die Poren im Mauerwerk sind zu klein um die anfallende Wasserdampfmenge schnell genug abgeben zu können -> Druck im Gefüge wird zu groß. Dadurch kommt es dann zu Abplatzungen an den Klinkern. Wie günstig die entstehende raue Oberfläche ist, ist ja bekannt. Besser ist daher immer eine "sanfte" Durchtrocknung durch einen permanenten Luftstrom von unten. ;)

Ich wünsche einen schnellen Erfolg beim Beheben deines Problems.


Viele Grüße und einen schönen Sonntag
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Brandmeister_0701 » 18. Feb 2018, 11:24

Ich habe gerade gesehen, dass sich der untere Mantelsteinverschluss im Aufstellraum befindet. Dann ist das mit der Nebeluftvorrichtung eher ungünstig... Aber wie gesagt, ich würde es richtig machen und ein Rohr einziehen. Bei 25 auf 25 cm Schachtmaß liegen die optimalsten Bedingungen dazu vor.


Viele Grüße

PS: Mit dem HASE Luno hast du alles richtig gemacht. Habe selber einen Hasen und bin extrem verliebt muss ich sagen. :lol:
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ed0red
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von ed0red » 18. Feb 2018, 12:39

Also erstmal vielen lieben Dank an alle die sich hier so bemühen, ihr seit super..wirklich!

Ich habe jetzt mal das ganze WE richtig rumprobiert und ich muss sagen das ich heute wohl die optimale Technik rausgefunden habe.

Aber von Anfang an:

Es liegt tatsächlich an der Anfeuerungsphase (was ich bei der Masse an Flüssigkeit nie gedacht hatte), ich habe jetzt einmal richtig angefeuert...also erste Schicht zwei kleine Scheite Holz (Mischholz) dann 8 - 10 Stücke Anmachholz Werbung entfernt anzuendholz-5-dm.T und dann 1 Block Weichholzbriketts (keine Holzkohlebriketts sonder sowas: Werbung entfernt weichholzbriketts-palette/. Ich hätte Palettenholz genommen, hatte ich aber nicht zur Hand.

Heute habe ich zum ersten mal einen komplett trockenen Schornstein und ich sitze hier mit einem riesen grinsen...und ich muss nochmal sagen das mir ein Schornsteinfeger mega viel Geld abnehmen wollte weil er sich einfach nicht sicher war was zu tun ist (vllt wusste er es aber auch nicht besser).

Ich werde das jetzt mal täglich probieren und werde noch weiter berichten, bis jetzt bin ich auf jeden Fall Happy...und sollte da doch noch was kommen, nehme ich Schritt für Schritt eure anderen Tipps unter die Lupe ;)

Brandmeister_0701
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Brandmeister_0701 » 18. Feb 2018, 14:06

Okay, das ist schön zu hören. ;) Aber hattest du nicht weiter vorn geschrieben, dass es immer noch mehr Flüssigkeit wird während des Heizbetriebs?
Hattest du eigentlich mal den Feuchtegehalt des zuvor verwendeten Brennstoffs überprüft?

Und falls sich doch mal wieder Feuchtigkeit ausschlägt, dann lass während dem Betrieb (wenn der Ofen auf Betriebstemperatur ist) mal den Reinigungsverschluss ein kleines Stück offen. Bin gespannt ob es dann trocken wird und bleibt.


Viel Spaß beim Feuer machen und viele Grüße
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