Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

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Moderator: ScarlettOHara

Brandmeister_0701
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Brandmeister_0701 » 22. Feb 2018, 14:59

hassaufsohn hat geschrieben:[...] daher kehr ich mir den am liebsten selbts [...]


Hey cool und ich dachte schon ich wäre der Einzige. :D :D :D Ich kehre meinen Zug auch selber und der Schorni macht dann bei seinem Termin nur die Kontrolle obs ordentlich sauber ist. :D Habe mir dazu extra profesionelles Kehrzeug von Ress zugelegt. Hauptsächlich habe ich das gemacht, weil der Schorni bei mir immer erst im August kommt zur jährlichen Reinigung. Nun ist es aber so, dass ich gegen Ende März - Mitte April das letzte mal den Kaminofen anschmeiße. Ich heize nicht über das ganze Jahr. Beim letzten Feuern, wenn der Schornstein noch schön warm ist, kehre ich den Zug. Da sich bei mir wirklich nur ganz feiner Staubruß bildet, ist der Schornstein danach perfekt sauber. Bei der Kehrung im August ist es dann schon beschwerlicher, da der Ruß schön Luftfeuchtigkeit gezogen hat und daher viel hartnäckiger auf den Oberflächen sitzt. Außerdem kann ich so bei Bedarf auch währen der Heizperiode jederzeit kehren. Normalerweise reicht einmal im Jahr bei meinem Schornstein aber vollkommen aus - selbst wenn ich jeden Tag feuere.


Viele Grüße
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Schwarzmann
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Schwarzmann » 24. Feb 2018, 13:17


Momentlemal: IHR KEHRT SELBER !?!


Ja habt Ihr en Rad ab? besser gesagt [b][b]DER SCHORNSTEINFEGER????[/b][/b]

Natürlich ist eine Kehrung im August witterungsbedingt nicht so umgebungssauber wie im Winter. Aber jeder Kunde kann die Termin-Frist nach SEINEM Wunsch setzen lassen - dann setzt man die Kehrung eben in die Heizperiode!

Allerdings gibt es EINE jährliche Kehrung NUR bei Nicht- oder Geringstbenutzung der Feuerstätte (so bis 1 RM etwa). Alles drüber ist ZWEImal zu kehren, wer täglich heizt ist DREImal zu kehren. Und zwar durch den Schornsteinfeger, denn es gilt immer noch die KehrPFLICHT. Wer selbst kehrt begeht de facto eine Ordnungswidrigkeit, so komisch das auch klingt: der SCHORNSTEINFEGER muss kehren und niemand anders.
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

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Brandmeister_0701
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Brandmeister_0701 » 24. Feb 2018, 15:21

Moin Schwarzmann,

das mit der Ordnungswidrigkeit halte ich für etwas übertrieben. Soll jetzt nicht heißen, dass ich so ein Schornsteinfegerhasser bin, wie es ja viele davon gibt. Ich erachte den Schornsteinfeger und seine Tätigkeit als sehr wichtig und bin auch froh darüber, dass es diese hier in Deutschland gibt. Aber mal angenommen, der Schornsteinfeger kommt drei mal im Jahr, macht seine Kehrung, das reicht dem Kunde aber nicht. Dann steigt der Kunde aufs Dach und kehrt selber. Ich glaube kein Gesetzestext kann ihm dies verbieten.
Und nun ist es bei mir ja so, dass ich eben einen Keramikschornstein besitze mit sehr glatten Wänden. Da sieht man sofort ob der sauber ist oder eben nicht. Wenn nun der Schorni kommt und ich ihm sage, dass ich gekehrt habe und er nur noch prüfen brauch, was ist da so verkehrt dran. Er guckt mit seinem Spiegel ob alles passt und gut ist, bekommt aber trotzdem sein Geld. Er könnte ja sogar Fotos machen zum Beweis. Eigentlich ist dass dann wie bei einer Gasfeuerstätte wo die Abgaswegeüberprüfung auch Pflicht ist. Nur ob der Schorni dann von unten mit dem Spiegel schaut oder das Gaskehrgerät benutzt bleibt eigentlich ihm überlassen.

Ich mache das ehrlich gesagt auch ein bisschen aus dem Grund, weil ich weiß dass eben oft schnell, schnell gearbeitet wird (hast du ja auch selber schon festgestellt). Und nachdem ich einen Thread in einem anderen Forum gelesen habe (Da hat der Schornsteinfeger mit seinem Kehrgerät den Keramikschornstein zerlegt und wollte dem Kunden dann erzählen, dass es reicht den entstanden großen Riss mit ein bisschen Schornsteinkitt drüber zu flicken). Wenn sowas passiert ist der Schornsteinfeger doch fein raus, ich würde mich aber ehrlich gesagt totärgern. Und wenn mein Schorni sich mal quer stellt, dann drücke ich ihm mein Kehrzeug in die Hand (Uniflex Kehrgerät, Gummikugel, gummiummantelter Messingklemmbolzen), bin bei der Kehrung anwesend und ermahne ihn 3 Mal er soll vorsichtig arbeiten. :D :D :D :D Sicher bin ich vllt. ein bisschen bekloppt, aber der Schornstein hat rund 3 Kiloeuro gekostet und ich bin kein Millionär oder Superverdiener. Da achtet man schon ein bisschen auf die Sachen die man hat. ;)

Angenommen folgender Fall tritt ein: Kunde verbietet dem Schornsteinfeger die Kehrung, sondern steigt unter Anwesenheit des Schornsteinfegers selbst aufs Dach und kehrt. Schornsteinfeger macht zu seiner Absicherung vom Inneren des Schornsteins Fotos direkt nach der Kehrung und lässt es sich vom Kunden unterschreiben. Nach einem Monat kommt es ganz dumm und es kommt, weil der Kunde zu doof zum Feuern ist, zu einem Schornsteinbrand, der einen Dachstuhlbrand nach sich zieht. Ich glaube kein Gericht der Welt würde anhand der Beweislage dann den Schorni festnageln.

Auch diese Regelung mit der Kehrhäufigkeit empfinde ich ehrlich gesagt als absolut schwachsinnig. Zu allererst müsste dabei die Schornsteinart festgelegt sein. Bei einer modernen Feuerstätte in Verbindung mit einem modernen dreischaligen Schornstein (mit gedämmten Innenrohr) entsteht eben viel weniger Ruß als bei einem alten gemauerten Schacht mit relativ "kalten" Wänden und den großen Fugen. Natürlich richtiges Heizen vorausgesetzt. Bei meinem modernen Schornstein entsteht auch nach 7 Monaten Heizen und 10 rm Holz nur eine ganz dünne Rußschicht. Dort drei mal zu Kehren wäre schon extrem unsinnig. Und was die Holzmenge angeht... Falsch geheizt kann ich auch schon mit einem rm Holz Glanzruß und einen Schornsteinbrand vom feinsten auslösen. Von daher gehören diese Regelungen überarbeitet. Bei mir ist es so, dass der Schornsteinfeger anhand der Rußmenge niemals beurteilen könnte ob ich täglich heize oder nur mal am WE mit insgesamt 1 rm pro Heizperiode. Von daher ist es schon korrekt wenn er einmal im Jahr kommt. In der Praxis ist es nur richtig, wenn der Bezirksschorni bei der Abnahme sagt, dass man gemeinsam in der ersten Heizperiode die sich bildende Rußmenge beobachtet und dann die Kehrhäufigkeit festlegt. Da hat man dann auch gleich den Einfluss des Feuerstättenbedieners auf die Rußbildung mit drin. Und dass das Holz auch trocken ist setzt man ja voraus bzw. misst der Schorni es bei der Abnahme.

Was viel wichtiger wäre: Das Gesetz müsste vorschreiben, dass der Schornsteinfeger zu Beginn der Heizperiode antanzen müsste und die Feuchtigkeit des zu verheizenden Holzes prüfen hat. In Verbindung einer kurzen Aufklärung warum der Feuchtigkeitsgehalt so wichtig ist. Gerade bei alten, engstirnigen Rentnern wäre das doch sehr wichtig. Wenn ich manchmal sehe, was für Rauchschwaden in meinem Ort aus den Schornsteinen kommen... :evil: Aktuell geschieht das ja nur bei der Feuerstättenschau.

Viele Grüße
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Schwarzmann
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Schwarzmann » 24. Feb 2018, 17:19

Ja klaaar, hätte könnte sollte würde....

Alles gar keine schlechte Idee an sich. Natürlich ist der Rußanfall im Schornstein von sehr sehr vielen Faktoren abhängig und somit auch die latent anzunehmende Brandgefahr. Richtig: das Zuordnungs-System ist sehr starr, aber SO isses nunmal abgesegnet.

Im Gegensatz zu dem " ist zu prüfen , ggf zu kehren" bei Öl-Gas-Heizungsschornsteinen, MUSS er die Festbrennstoff-Schornsteine kehren, das ist SO geregelt. Denkbar ist dass jeder seinen Schornstein selbst kehrt, zwischenrein, so oft er will. Ob DAS schon eine Ordnungswidrigkeit ist, weiß ich nicht. Spätestens aber wenn der Kunde aufgrund der Selbstkehrung den Schornsteinfeger nicht pflichtgemäß kehren lässt.

PS: mit dem Uniflex-Kehrgerät habe ich keine Erfahrung. Für solche Edelkeramik-Systeme scheint es aber wohl recht gut geeignet zu sein, zumindest wenn nur Staubrußablagerungen sind.
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

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ed0red
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von ed0red » 24. Feb 2018, 22:43

Hallo,

Ich möchte mich jetzt nochmal abschließend äußern.also ich werde Tritte und Laufroste installieren da ich in meinen Schätzungen wohl doch falsch lag und der Schornstein über 5m ist.

Mit der Feuchtigkeit hat sich das jetzt wirklich erledigt. Ich habe das anfeuern jetzt wirklich drauf und habe wirklich keine Probleme mehr.

Ich möchte nochmal den ganzen Beteiligten danken für die freundliche Hilfe. Ohne euch hätte ich wahrscheinlich sehr viel geld bezahlt und mit Sicherheit hätte es das Problem nicht beseitigt.

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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Schloti » 25. Feb 2018, 05:39

Na dann:
Allzeit gute Feuerung

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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von hassaufsohn » 25. Feb 2018, 10:54

Schwarzmann hat geschrieben:
Momentlemal: IHR KEHRT SELBER !?!


Ja habt Ihr en Rad ab? .


der gute schwarzmann kommt bei mir 3 mal im jahr und hält seinen vielzukleinen (für mein empfinden) rüssel da in den gemauerten schornstein.

gelegentlich werden die klappen vergessen richtig einzusetzen.
wenn die klappe etwas klemmt wird sie mit hilfsmittel abgedrückt(beschädigt).


insgesammt bin ich absolut nicht zufrieden mit den angestellten!
der meister selbst scheint sehr kompetent zu sein.

daher, immer wenn der gute da war, ich bin es dann ja nicht.. kontrollier ich den guten.
ohne ihn anzuschwärzen solange sich die schäden und restrussmengen in grenzen halten ;)

was hälst du eigentlich davon im oberen drittel etwas russ hängen zu lassen um eventuelle wasser bildung aufsaugen zu können?

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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Brandmeister_0701 » 25. Feb 2018, 16:50

@ Schwarzmann: Wie gesagt, bei mir geht das eig. ganz locker vonstatten. Und wenn er halt nach seiner Spiegelschau nochmal kehren will, dann darf er das. Aber nur mit MEINEM Kehrgerät. :lol: Bisher war es aber noch nicht der Fall, da immer komplett sauber.
Was das Uniflex angeht... Bei runden oder ovalen Querschnittsflächen ist das unbedingt empfehlenswert und wirklich eine tolle Erfindung. Laut RESS ist es ja für alle Querschnittsformen geeignet. Bei rechteckigen und quadratischen Querschnitten ist aber die klassische Kehreinlage sicher im Vorteil. Deren Borsten kommen logischerweise auch in die Ecken. Das können die Federn des Uniflex freilich nicht.

hassaufsohn hat geschrieben: daher, immer wenn der gute da war, ich bin es dann ja nicht.. kontrollier ich den guten.
ohne ihn anzuschwärzen solange sich die schäden und restrussmengen in grenzen halten ;)


Warum nimmst du das einfach so hin, wenn er dir was kaputt macht? Ich denke du könntest seine Dienste hartnäckig verweigern und stattdessen den Meister kommen lassen. Oder eben dahinter stehen und genau aufpassen was er macht. Sowas wirkt manchmal Wunder. ;)

hassaufsohn hat geschrieben: was hälst du eigentlich davon im oberen drittel etwas russ hängen zu lassen um eventuelle wasser bildung aufsaugen zu können?


Was genau soll das bringen? Ein bisschen Wasser im Schornstein macht nix. Und ein sauber gekehrter Zug gibt Feuchtigkeit sicher besser wieder ab als vollgesogener Ruß. ;)


Viele Grüße
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Schloti » 25. Feb 2018, 19:15

Ich schlage vor ihr macht zum kaminkehren ein neues Thema auf. Hat m. Meinung nach nichts mit Startbeitrag zu tun

Schwarzmann
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Re: Versottung verhindern (mehrere Möglichkeiten)

Beitrag von Schwarzmann » 25. Feb 2018, 19:24

@ed0red

Hat er Dir auch einen genauen PLAN oder Beschreibung dagelassen WIE und WO die Tritte zu setzen sind?? Meist sind selbst diejeneigen die vom Verkauf solcher Dinger leben (Dachdecker) ZU DUMM um die richtige Anzahl und einen richtigen Verlauf zu montieren.
ja: ZU DUMM sind sie !!

Du brauchst eine STANDfläche (großer Rost) am Anleiterpunkt und am Schornstein. Die Leiter muss die Überstiegstelle um mind. einen Meter überragen und fixiert sein. Einzelne Lauftritte müssen in Fallinie verlaufen..... und im Antritt links (kleiner Spaß) .

Hier wird oft gemurkst !! Auch vom SCHORNSTEINFEGER !


Denn ER ist der "Fachmann" der das anzugeben hat, (wie gesagt, die anderen sind ZU DUMM), denn DU haftest für Unfälle auf Deinem Grundstück!
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


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