Aschmenge ein Indikator für die Verbrennung?

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Moderator: ScarlettOHara

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Stone82
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Aschmenge ein Indikator für die Verbrennung?

Beitrag von Stone82 » 12. Nov 2019, 06:45

Hallo,
Mein Kamin ein Fireplace Torino 6,4 kW, ist seid gestern nach erfolgreicher Abnahme durch den Schornsteinfeger in den Betrieb genommen. Die Erstanfeuerung wurde nach der Installation bereits erledigt.

Da ich noch unerfahren bin was die Lufteinstellung betrifft und ich grundsätzlich eine optimale Verbrennung erreichen möchte bin ich natürlich am Probieren.

Kann ich an den Ascheresten und Kohlereste erkennen wie gut die Verbrennung abgelaufen ist?

Der Ofen an sich lässt sich sehr leicht anzünden und brennt sehr lebhaft.
Allerdings habe ich noch Probleme an der Flamme gut zu erkennen wie die Lufteinstellung zu regeln ist da das Flammenbild sich nur sehr marginal verändert.
Bislang habe ich immer die Sekundärluft voll ofen gehabt und nur die Primärluft vorsichtig gesrosselt.
Achso der Brennraum ist frei von Ruß gewesen nachdem der Ofen ausgegangen ist.
Für weitere Tipps bin ich auch sehr dankbar.
Danke im Voraus für eure Antworten und Hilfestellung

Schwarzmann
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Re: Aschmenge ein Indikator für die Verbrennung?

Beitrag von Schwarzmann » 13. Nov 2019, 00:24

Du machst das an sich schon recht gut.

Aus den Verbrennungsrückständen lassen sich nur BEDINGT Rückschlüsse auf die eigentliche Verbrennung ziehen. Aber eine feine weiße Asche ist ein gutes Zeichen für einen guten Ausbrand auch zum Ende des Feuers, ebenso wie der freigebrannte Feuerraum. Dennoch könnte dem eine qualmende Startphase vorgelagert sein, deren Spuren halt dann einfach weggebrannt wurden. Auf jeden Fall sind unverbrannte Holzkohleteilchen nicht so gut, die können aber ja problemlos beim nächsten feuern verbrannt werden. Es sei denn sie liegen im Aschekasten, dann sind das die sogenannten "Rost-Verluste".

Wenn der Ofen schnell in Schwung kommt (obwohl es jetzt noch gar nicht so kalt draußen ist) und das Feuer "sehr lebhaft" brennt, dann ist zu vermuten, dass der Schornsteinzug sehr stark ist. Das ist zwar angenehm beim Anheizen oder Nachlegen, verschlechtert aber die Effizienz und die Verbrennung, sprich: Du heizt ins Kamin, wie man so schön sagt.
Abhilfe schafft hier eine DROSSELKLAPPE im Rauchrohr, nur DAMIT bekommt man sein Feuer in den Griff.
Gutes Feuer braucht "die 3T" : Temperature, Time and Turbulance !
Habe ich im Brennraum eine ausreichend hohe TEMPERATUR, das Holzgas und die Verbrennungsluft vermischen sich in TURBULENZ und hat dann noch genügend ZEIT miteinander zu reagieren und ZEIT um DANACH die Wärme abzugeben, DANN habe ich ein sauberes und effizientes Feuer.
NUR durch die Drosselklappe kann ich diese "Prozess-Geschwindigkeit" abstimmen, erst DANN klappt das mit Primär- und Sekundärluft optimal.

Ein optimales Anzünden hab ich HIER beschrieben rund-um-den-schornstein-f5/schornstein- ... 31313.html
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

Stone82
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Re: Aschmenge ein Indikator für die Verbrennung?

Beitrag von Stone82 » 13. Nov 2019, 05:40

Hallo und danke,
Ja tatsächlich habe ich die Drosselklappe bislang nicht beachtet. Der Kamin hat schon ziemlichen Zug. Den hört Zug hört man sogar im Ofen wenn er aus ist.
Also muss die Drosselklappe wohl so stark gedrosselt werden das das Feuer deutlich niedriger ist.
Anzünden bei voll offener Drosselklappe und dann drosseln.
Okay werde ich mal ausprobieren.

Schwarzmann
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Re: Aschmenge ein Indikator für die Verbrennung?

Beitrag von Schwarzmann » 14. Nov 2019, 03:07

Ja, genau SO.

Auch wenns bißchen komisch klingt: dem Ofen VORNE all die Luft geben die er braucht, also Primär- und Sekundärluftschieber entsprechend öffnen und dafür HINTEN dann mit der Drosselklappe "bremsen". Eben wegen den "drei T".
Keine Sorge, in den allermeisten Fällen wird die Hauptbetriebsstellung der Drosselklappe echt auf "zu" sein, Hebel quer. Da ist aber in der inneren Blechscheibe immernoch ein entsprechender Mindestquerschnitt frei - also wirklich ZU ist da nie.

Grundregel:
Beim Anheizen, also auch beim Nachlegen, Primärluft GANZ auf, Sekundär eher zu, um direkt von unten durch die Glut anzufachen. Ist das Feuer schon sehr heruntergebrannt und hat man nur in der Mitte einen kleineren Rost, dann versuchen die wenigen Glutstückchen direkt auf den Rost zu schieben und die Asche durchzusieben. Dann direkt darüber etwas kleinere Scheite legen, Primärluft voll auf, Sekundärluft ZU und so von unten wieder anfachen.
Entwickeln sich die großen Flammen, dann Primärluft tendenziell auf halb oder weniger, Sekundär ganz auf, damit DIE in die Flammen geht.
Ganz praktisch: wenn man ein recht großes Holzstück auf die Glut nachlegt (immer mit der Schnittseite zur Glut, also die Rinde abgewandt), am besten ein dünneres Holzscheit direkt daneben. Das geht zuerst an, quasi als Starthilfe, diese Flamme umspült das große Holzstück und fackelt dessen austretendes Holzgas mit ab. Somit hab ich a) immer Flammen im Ofen - das will ich ja SEHEN b) keine schmutzige Scheibe - das will ich ja HABEN c) schadstoffarme und effiziente Verbrennung - SO soll das sein.
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

Stone82
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Re: Aschmenge ein Indikator für die Verbrennung?

Beitrag von Stone82 » 2. Dez 2019, 21:04

Also mittlerweile sieht man von außen kaum noch wenn der Kamin brennt.
Nur beim Anzünden und beim Nachlegen.
Ich glaube wir habe es ganz gut im Griff.

Danke für eure Tipps.

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