Die Realität der Prüfgutachten zu Öfen

Alle allgemeinen Themen rund um Kamine und Öfen.

Moderator: ScarlettOHara

Antworten
sicherer-ofenkauf.de
Beiträge: 311
Registriert: 13. Nov 2016, 08:44

Die Realität der Prüfgutachten zu Öfen

Beitrag von sicherer-ofenkauf.de » 29. Okt 2018, 12:49

Die Realität der Prüfgutachten zu Öfen.
Wir kennen es mittlerweile aus der Autoindustrie.
Realität und Wirklichkeit sind zwei unterschiedliche Dinge. Die Automobilindustrie hat über Jahrzehnte die Abgaswerte der Autos manipuliert. Erst jetzt haben wir realistische Werte unter realen Prüfbedingungen.
So ist es auch bei den Einzelraumfeuerungsanlagen, ERFA. Das sind Kaminöfen, Kachelofeneinsätze, Küchenherde und Pelletöfen.
ERFA werden unter Laborbedingungen in Prüfinstituten geprüft die NUR ERFA prüfen.
In diesen Feuerstättenprüfinstituten werden z. B. Kaminöfen geprüft ob sie die EU Normen und/ oder die Nationalen Normen von z.B. Deutschland oder Österreich erfüllen.
Erst wenn der Hersteller einer ERFA die Prüfung gemacht hat und das Prüfgutachten hat, darf er die ERFA in der Verkauf bringen. Das regelt in der EU die Bauproduktenverordnung, weil ERFA Bauprodukte sind.
Die Schweiz als nicht EU Land hat am 1. Januar 2015 alle Normen für ERFA der EU übernommen. Die VKF Zulassung in der Schweiz ist nicht mehr erforderlich.
In der Schweizer Luftreinhalteverordnung von 2008 wird nur ein Grenzwert für Feinstaub von 75mg/ m³ für Kaminöfen verlangt.
Auch Norwegen als nicht EU Land hat eine eigene Norm, wo das Prüfverfahren erheblich von der Deutschen und der EU abweicht.
Dazu ein Beispiel: Der Dänische Morsö Ofen 2B Classic hat nach der EU Prüfung einen Wirkungsgrad von 83 %. Nach der Norwegischen Prüfung 75 %. Der Ofen ist aber absolut baugleich für die EU, Deutschland oder Norwegen.
Diese Unterschiede können nur Fachleute erklären. Der Laie ist da völlig überfordert und müsste sich erst einmal in diese Thematik einarbeiten.
Die technischen Daten eines z.B. Kaminofen, wie Wirkungsgrad, Feinstaubwerte, CO, Abgastemperatur etc. werden also unter Laborbedingungen ermittelt, mit einer genau bestimmten Menge ( Gramm)Holz und unter einem überprüften Feuchtigkeitsgehalt des Holz.
Jetzt wird dieser Ofen an tausenden verschiedenen Schornsteinen angeschlossen. Die Holzmenge ist niemals die gleiche. Der Feuchtigkeitsgehalt ( Wasser im Holz ) ist sehr unterschiedlich. Schon bei der Bedienung können Fehler entstehen, wie z.B. Luftzufuhr nicht richtig geregelt.
Würde man jetzt diesen Ofen an IHREM Schornstein messen, käme man zu ganz anderen Ergebnissen.
Auch das Wetter/ Klima hat Einfluss auf die Schadstoffwerte. Unterschiedliche Luftdrücke, Außentemperaturen. Und es macht eine Unterschied ob sie den Ofen in einem Gebäude stehen haben das 100 Meter über üNN liegt oder über 1800 Meter über ü NN.
Doch wer überprüft jemals die Einhaltung der Schadstoffwerte Ihres Ofens?
In Deutschland keiner, auch nicht der Schornsteinfeger/ Kaminkehrer. Ist der Ofen einmal am Schornstein angeschlossen überprüft NIEMALS der Schornsteinfeger in Deutschland die Einhaltung bestimmter Schadstoffwerte. Das ist überhaupt nicht in irgendeinem Gesetz/ Verordnung vorgesehen. Sie wissen also nicht welche Schadstoffwerte dieser Ofen ausstößt. Einzige Ausnahme in Deutschland für bestehende Kaminöfen nach § 26 BImSchV.
Ihre Öl- oder Gasheizung überprüft der Schornsteinfeger in Deutschland einmal im Jahr. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Ihr PKW muss alle 2 Jahre zur Abgasuntersuchung in Deutschland.
Es werden in Deutschland ca. 12 Millionen ERFA betreiben, wo NIEMALS eine Überprüfung der Schadstoffwerte erfolgt.
Das ist die Realität.
Diese Faktoren beeinflussen die Schadstoffwerte:
Art/ Material des Schornsteins
Länge des Schornsteins
Querschnitt des Schornsteins.
Länge der Ofenrohre
Sind an dem Schornstein weitere Öfen/ERFA angeschlossen.
Wetter/ Klima
Höhe des Standorts über ü NN
Welches Brennmaterial
Feuchtigkeitsgehalt des Brennmaterials
Wartung der ERFA
Luftregelung
Rußablagerungen im Schornstein und den Ofenrohren-
Schäden an der ERFA
Bedienungsfehler
MfG Dieter Klaucke

Antworten