Feinstaubalarm durch Kaminöfen!

Alle allgemeinen Themen rund um Kamine und Öfen.

Moderator: ScarlettOHara

sicherer-ofenkauf.de
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Re: Feinstaubalarm durch Kaminöfen!

Beitrag von sicherer-ofenkauf.de » 30. Nov 2017, 20:11

Das ein Lobbyistenverband wie Pro Schornstein für die Einzelraumfeuerungsanlage ist dürfte verständlich sein.
Auch wenn 11 Mill. Deutsche Einzelraumfeuerungsanlagen nutzen, heißt das nicht, das die was richtig machen. Und nochmal das CO2 neutrale Heizen mit Holz ist ein Märchen und wird seit Jahrzenten von Ofenherstellern und Verbänden immer wieder erzählt. CO2 neutral wäre es erst dann, wenn das Holz im gleichen Zeitraum verbrannt wird. in dem es gewachsen ist( Also über Jahrzente). Weltweit nimmt der Ausstoß von CO2 zu. Das muß reduziert werden.Es gibt auch keine emissionsarme Holzfeuerstätte.Beim Verbrennen von Holz werden div. Schadssoffe freigesetzt, wie Feinstaub, Stickoxide. CO, Furane, Dioxine, etc. Noch schlimmer ist das Heizen mit Kohle. Kein nachwachsener Stoff. Da sind wir ja in Deutschland auf dem richtigen Weg. Die Verstromung von Braun- und Steinkohle geht zu Ende.
Das wird bei keinem anderem Gerät mehr akzeptiert.Jede moderne Erdgas-oder Ölheizung ist umweltfreundlicher. Pelletöfen benötigen Strom.
Und die BImSchV. ist technisch TOTAL veraltet. Das war sie schon als sie am 22. März 2010 in Kraft trat. Die geforderten Mindestwirkungsgrade sind viel zu gering.Ist ja noch nicht einmal DIN plus. Auch der verlangte Feinstaubgrenzwert ist zu hoch. Und diese Werte sind im Labor ermittelt worden. Nicht im täglichen realen Betrieb. Und nochmals. Es ist völlig Irrational und Paranoid in ein Niedrigenergiehaus mit einer kontrollierten Luftungsanlage noch zusätzlich einen Raumluftunabhängigen Kaminofen zu installieren. In ein solches MODERNES Haus gehört kein Kaminofen mehr.
Wir alle sollten unser Geld in moderne Gebäude stecken und in die Sanierung bestehnder " ALTBAUTEN" Das muss umgesetzt werden. Nicht in ein Haus aus z.B. Baujahr 1970 eine Ofen installieren. Das Haus sanieren. Alte Heizungsanlagen ersetzen.
MfG Dieter Klaucke

Schwarzmann
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Re: Feinstaubalarm durch Kaminöfen!

Beitrag von Schwarzmann » 30. Nov 2017, 20:35

Wir alle sollten unser Geld in moderne Gebäude stecken und in die Sanierung bestehnder " ALTBAUTEN" Das muss umgesetzt werden. Nicht in ein Haus aus z.B. Baujahr 1970 eine Ofen installieren. Das Haus sanieren. Alte Heizungsanlagen ersetzen.


RICHTIG.

DAS ist gesamtstrategisch der RICHTIGE Weg.
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

b-hoernchen
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Re: Feinstaubalarm durch Kaminöfen!

Beitrag von b-hoernchen » 1. Dez 2017, 20:10

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Re: Feinstaubalarm durch Kaminöfen!

Beitrag von sicherer-ofenkauf.de » 2. Dez 2017, 01:20

Man muß unterschreiten zwischen der Herstellung eines Produkts und dem Energieverbrauch und den Schadstoffausstoß eines Produkts über die Lebensdauer eines Produktes. Ökobilanz nennt man so etwas. Und da fällt so manche Ökobilanz eines „ALTEN“ Produkt sehr schlecht aus. Es ist in den meisten Fällen eben nicht umweltfreundlich ein z.B. 60 Jahre altes Produkt weiter zu verwenden.
Das gilt für viele Geräte, wie einen Kühlschrank, Waschmaschine, Spülmaschine, Auto, etc.
Und hätten wir heute nicht so moderne z.B. Elektrogeräte, dann wäre unser Gesamtstromverbrauch noch höher. Der könnte insgesamt niedriger sein, aber wurde erhöht durch immer mehr Stromverbraucher, wie PC etc. Diese Geräte gab es halt vor 50 Jahren nicht.
Ein Auto aus den 1970 er Jahren produziert ca. 98 % mehr Schadstoffe als ein manipulierter Euro 6 PKW von heute.
Und so ist das auch beim Kaminofen der mit Holz geheizt wird. Egal ob das Holz irgendwo als Abfall vor Ort anfällt oder über weite Wege aus Osteuropa oder aus irgendwo in der Welt nach Deutschland transportiert wird.
Durch das Verbrennen des Holz werden jede Menge Schadstoffe freigesetzt, die wir beim Auto schon lange nicht mehr akzeptieren. Und diese Schadstoffe werden OHNE jegliche Abgasreinigungssysteme freigesetzt. Somit ist das Verbrennen von Holz nicht umweltfreundlich.
Wenn Abfallholz in einer Müllverbrennung verbrannt wird, oder „Sauberes „ Holz in einem modernen Hackschnitzelkraftwerk ist das wesentlich effektiver und erfolgt mit einem Abgasreinigungssystem.
Weil Müllverbrennungsanlagen und Hackschnitzelkraftwerke werden in Deutschland errichtet nach dem BImSchG. , und benötigen ein Abgasreinigungssystem( Filter)
Ein Kaminofen hat so etwas nicht. Und da Deutschland nicht über Erze in ausreichenden Mengen oder überhaupt nicht verfügt und auch sonst ein Rohstoffarmes Land ist, haben wir uns spezialisiert und bauen aus importierten Rohstoffen Fertige oder halbfertige Produkte und exportieren sie weltweit. Leider auch Waffen und SUV. Unser gesamter Wohlstand beruht darauf.
Natürlich könnten wir viel mehr Produkte hier in Deutschland produzieren. Da sind wir aber beim Thema: Das liebe Geld. In einer Gesellschaft die geprägt ist von: Geiz ist Geil. Wird das nicht funktionieren.
Und nun was zum CO2 neutralen heizen mit Holz.
Wissen die Befürworter für Heizen mit Holz überhaupt fundiert, wie viel CO2 ein Baum im Laufe seines Lebens speichert?
Dazu eine simple Rechnung.
Eine 80 Jährige Eiche oder Buche speichert im Laufe Ihres Wachstum, also in 80 Jahren ca. 1 Tonne ( 1.000 kg ) CO2. Einen Teil dieses gespeicherten CO2 befindet sich in den Wurzeln des Baums.
Jetzt fällt man den Baum und verarbeitet in zu Brennholz.
Wir lange braucht man dafür um das Holz der 80 Jährigen Eiche oder Buche zu verbrennen?
80 Jahre ?
40 Jahre ?
In der Regel einen Winter. Also weniger als 1 Jahr. Ist natürlich davon abhängig, welcher Ofen( KW und Wirkungsgrad ) und wie viele Tage und Stunden heizt man.
Ach so???
Die 1 Tonne CO2 die in 80 Jahren gespeichert wurde, wird nun in weniger als 1 Jahr freigesetzt.
NEUTRAL????
Erwischt beim Selbstbetrug/Verdrängung.
Nur wenn in gleichen Zeitraum so viele neue Bäume gepflanzt werden, die das freigesetzte CO2 binden ( 1 Tonne ) dann wäre das neutral. Weltweit nehmen aber die Waldbestände ab und CO2 wird insgesamt zu viel weltweit freigesetzt. Ach so.
Gibt es ein Gutes und Böses CO2?
Macht das freigesetzte CO2 an deutschen Grenzen halt?
Jetzt ein Argument der Befürworter des Heizen mit Holz
Würde der Baum in Wald natürlich verrotten, wird ja auch das CO2 freigesetzt. Ja. Aber nicht in weniger als 1 Jahr. Bäume verrotten langsam, teilweise über Jahrzente.
Haben Sie sich beim Selbstbelügen erkannt/ erwischt???

hassaufsohn
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Re: Feinstaubalarm durch Kaminöfen!

Beitrag von hassaufsohn » 2. Dez 2017, 10:23

wie soll ich jetzt vorgehen?
mit biostrom heizen oder wo welchen antrag stellen?
würd mir gern das lässtige holzverlagern ersparen :shock:

b-hoernchen
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Re: Feinstaubalarm durch Kaminöfen!

Beitrag von b-hoernchen » 2. Dez 2017, 13:38

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SvenS
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Re: Feinstaubalarm durch Kaminöfen!

Beitrag von SvenS » 2. Dez 2017, 14:50

Oh nein, was bin ich für ein Umweltsünder! Heize mit Holz und Solarthermie mein Haus, und nicht mit 1800 Litern Öl.
Und dann ist diese blöde Wärmedämmung nur aus Klinkern, nicht aus Chemisch hergestellten Stoffen. Und mein Ofen erfüllt noch alle Anforderungen.
Ja, Ofenheizer sind schwere Umweltsünder, vor allem im Vergleich mit der " simplen Rechnung"!
Öl und Gas brauchten ungefähr 1 Millionen Jahre, um aus Bioschrott zu entstehen. Würde vielleicht auch die Förderhöhen erklären.
Na klar ist der Strom aus einem Kohlekraftwerk sehr viel Umweltverträglicher, solange es nicht vor der eigenen Haustür steht. Und die Zahlen sind eh egal.

Deleted User 8172

Re: Feinstaubalarm durch Kaminöfen!

Beitrag von Deleted User 8172 » 19. Dez 2018, 13:25

sicherer-ofenkauf.de hat geschrieben:
30. Nov 2017, 00:36
Mit Kohle zu heizen. zumal in einem Kaminofen OHNE jegliche Abgasreinigungssysteme ist die dreckigste Form des heizen.Wo bitte spart man dort CO2 ein?Und Braunkohle ist der dreckigste Brennstoff.
Und schon mal gerechnet, wie lange eine z.B. 80 Jährige Eiche oder Buche braucht um auf natürliche Weise zu verrotten. Die gleiche Menge Holz dieses Baums werden aber innerhalb weniger Monate verheizt. Das CO2 was in der 80 jährigen Eiche über 80 Jahre gespeichert wurde, wird in nur wenigen Monaten freigesetzt. CO2 neutral??? Ein Märchen. JEDE Form der CO2 freisetzung ist Global zuviel.Gibt es ein Gutes oder Böses CO2?
Wir müssen generell den CO2 Ausstoß veringern. Und der Natur ist es egal woher das CO2 kommt. Aus Erdöl. Erdgas, Kohle oder Holz. Wir Menschen setzen in immer kürzerer Zeit enorme Mengen CO2 frei.
Die Eindämmung des CO2 Ausstoß ist keine Bevormundung , sondern VERNUNFT! und ein notwendiger Schritt in eine CO2 freie Wirtschaftsweise.Auch SUV sind unvernünftig, wie viele andere Dinge in einem Industrieland wie Deutschalnd. Auch eine Felge aus Leichtmetall ist ökologisch der Hammer.
Auch so mancher Autobesitzer der einen Diesel fährt, beherscht nicht die Grundkenntnisse von Betriebswirtschaft, sonst würde keiner ein Fahrzeug mit Dieselmotor kaufen, bei einer Fahrleistung von nur 5-10.000 Km im Jahr.
Und um Filme zu machen und die Wege des Holz aufzuzeigen, ist es erforderlich das man dazu reist. Evtl. auch tausende Kilometer und auch mit einem Flugzeug. Filmemacher werden ja nicht mit dem Fahrrad zum Drehort fahren, wenn dieser hunderte oder tausende Kilomter vom Standort entfernt ist.
Und hier wird ja wieder einmal mit dem Zeigefinher auf die anderen gezeigt. Bloß SEIN Handeln nicht in Frage stellen. Es sind IMMER die anderen. Diese Verhaltensweise kann man im jeden Lehrbuch für Physologie nachlesen.
Nur weil Holz ein Naturprodukt ist, ist es nicht ökologisch unbedenklich, wenn es als Brennstoff verwendet wird.
Wenn überhaupt mit Öfen heizen, dann mit einem Pelletofen. der verbrennt "Sauberer" als jeder klassische Kaminofen. Aber Pellets werden schon lange nicht mehr aus Abfallholz hergestellt. siehe dazu den Film die Holzlüge.Heute werden ganze Bäume direkt zu Pellets verarbeitet. Das ist auch die richtige Wahrheit. Und Pellets kommen auch schon lange nicht mehr aus dem heimischen Wald, sondern aus Kostengründen aus z.B. Osteuropa.
Auch ist die Möbelindustrie und andere Holzverarbeitente Betriebe mittlerweile der Globalisierung nahe gekommen. Möbel werden immer mehr in Osteuropa und Asien gebaut. Ein Besuch bei IKEA zeigt es, wo heute die Möbel herkommen. z.B. aus China.Und somit fallen die Späne und das Sägenmehl schon lange nicht mehr in diesen Mengen in Deutschland oder anderen Weteuropäischen Ländern an. Auch so ein Mythos, der schon lange von der Realität, Globalisierung eingeholt wurde.
Die Realität ist halt eine andere als das Märchen.
MfG dieter Klaucke
Hallo, würde Sie das Thema CO2 wirklich Interessieren ? Da ist viel angstmacherei dabei, ich habe mich sehr viel mit dem Thema beschäftigt und habe meine Meinung bezüglich menschlich gemachten Klimaerwärmung geändert ! Nicht leugnung sondern Fackten haben mich hier umgestimmt denn ich war lange dieser Meinung. Aber es ist ein sehr komplexes Thema wo kritische Fragen nicht gerne gesehen sind... wehm das Thema eingehend interessiert dem empfehle ich die Fachzeitschrift "Compact Spezial Nr.15 - Klimawandel Fackten gegen Hysterie " Habe mir das geholt und mich vom gegenteil überzeugt, muss sagen es ist unglaublich welche Verbrecher dort oben sitzen und mit lügen und angstmacherei den leuten das Geld und ihre Freiheiten nehmen. Mir ist natürlich bewusst das ich mit dieser Aussage möglicherweiße viel Unmut aufmich ziehe.

LG
Dominik

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Re: Feinstaubalarm durch Kaminöfen!

Beitrag von sicherer-ofenkauf.de » 19. Dez 2018, 14:12

Aus WIKIPEDIA
Leugnung der menschengemachten globalen Erwärmung
Unter Leugnung der menschengemachten globalen Erwärmung wird das Ablehnen, Nicht-wahrhaben-Wollen, Bestreiten oder Bekämpfen wissenschaftlich unstrittiger Ergebnisse der Klimaforschung zur gegenwärtig stattfindenden globalen Erwärmung verstanden. Hierzu zählt insbesondere abzustreiten, dass sich die Erde zurzeit erwärmt, dass dieser Effekt menschengemacht ist und dass die Erwärmung schwere gesellschaftliche und ökologische Probleme zur Folge hat. Neben diesen drei Grundkategegorien Trendleugnung, Ursachenleugnung und Folgenleugnung wird oft auch eine vierte Kategorie Konsensleugnung hinzugezählt, also das Bestreiten, dass über diese Kernaussagen ein seit langem bestehender wissenschaftlicher Konsens herrscht. Euphemistisch und gerade als Selbstbezeichnung werden ebenso die Begriffe Klimawandelskepsis bzw. verkürzt Klimaskepsis und Klimaskeptizismus genutzt.
Unterschieden werden kann zudem zwischen „naiver Leugnung“ von Laien, die auf Unkenntnis der wissenschaftlichen Literatur beruht, und „motivierter Leugnung“ durch Personen und Organisationen, die Zugang zu den relevanten Informationen besitzen.[1] Obwohl innerhalb der Wissenschaft seit spätestens Anfang der 1990er Jahre[2] ein starker Konsens hinsichtlich der menschengemachten globalen Erwärmung herrscht, lehnen Teile der Öffentlichkeit bis heute weiterhin deren Existenz ab, insbesondere in manchen angelsächsischen Staaten. Deutlich ausgeprägt ist die Ablehnung in Staaten, in denen mit großem finanziellen Einsatz durch Unternehmen, vor allem aus den Bereichen der Gewinnung und Verwertung fossiler Energien, aus wirtschaftlichen Gründen eine einflussreiche Gegenbewegung geschaffen wurde, deren Ziel es ist, die Existenz des wissenschaftlichen Konsenses durch bewusstes Säen von Zweifeln zu untergraben.[3]
Es existiert ein fließender Übergang zwischen aufrichtiger Klima(wandel)skepsis und echter Leugnung, wobei Klimawandelskeptiker für rationale Argumente offen sind, während sich Klimawandelleugner Argumenten verschließen.[4] Das Bestreiten wissenschaftlicher Erkenntnisse der Klimaforschung ist kein Skeptizismus im wissenschaftlichen Sinn, sondern vielmehr ein (zum Teil organisiertes) Verleugnen der menschengemachten globalen Erwärmung. Aus einer Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen geht hervor, dass der Klimaschutz häufig aus politischen und ideologischen Motiven bekämpft wird.[5] Bei der Leugnung des menschengemachten Klimawandels handelt es sich um eine Form von Pseudowissenschaft, die Ähnlichkeiten aufweist mit weiteren Formen des Denialismus wie beispielsweise dem Bestreiten der Evolutionstheorie oder der gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Rauchens bis hin zum Glauben an Verschwörungstheorien. Zum Teil bestehen zwischen diesen genannten Formen der Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse personelle, organisatorische und ökonomische Verbindungen. Ein zentrales Verbindungsmuster ist unter anderem die beständige Fabrizierung künstlicher Kontroversen wie z. B. der vermeintlichen Kontroverse um die globale Erwärmung[6], bei der es sich, entgegen der Annahme in der Öffentlichkeit, nicht um eine wissenschaftliche Diskussion handelt, sondern vielmehr um die bewusste Verbreitung von Falschbehauptungen durch Klimaleugner.[7] Die Verleugnung der Klimaforschung gilt als die „mit Abstand am stärksten koordinierte und finanzierte Form der Wissenschaftsleugnung“ und stellt zugleich das

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Re: Feinstaubalarm durch Kaminöfen!

Beitrag von sicherer-ofenkauf.de » 19. Dez 2018, 14:40


Fake-News: Der Krieg gegen die Wahrheit
Seite 2/4:
Aus DIE ZEIT
Die Klimaleugner haben einen Keil zwischen Wissenschaft und Medien getrieben
Inhalt
1. Seite 1 — Der Krieg gegen die Wahrheit
2. Seite 2 — Die Klimaleugner haben einen Keil zwischen Wissenschaft und Medien getrieben
3. Seite 3 — Die Ölindustrie gibt 100 Millionen Dollar im Jahr für Lobbyarbeit aus
4. Seite 4 — Wie kommt man aus der Einkesselung heraus?
Auf einer Seite lesen
Die eigentlichen Feldherren dieses Krieges sind die global agierenden Öl- und Kohle-Unternehmen. Sie fühlen sich nicht vom Klimawandel bedroht, sondern von den Klimaschutzmaßnahmen zur Reduzierung von CO₂-Emissionen. Dabei weiß die Ölindustrie schon seit den siebziger Jahren um den wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen Erderwärmung und CO₂-Ausstoß. Der Ölriese Exxon betreibt eigene Klimaforschungsprojekte und sagt 1981 in einem "CO₂-Positionspapier" voraus, dass die erwartete Verdopplung der CO₂-Konzentration in den nächsten hundert Jahren zu einem globalen Temperaturanstieg von drei Grad Celsius führen wird. Anstatt aber in die Zukunft zu investieren und den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, pumpt das Unternehmen ab Ende der achtziger Jahre zusammen mit anderen Ölfirmen Milliarden von Dollar in politische Kampagnen. Deren Ziel: den in der Bevölkerung herrschenden Konsens über den menschlichen Ursprung des Klimawandels und die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen zu zerstören – mittels gezielter Desinformation.
Als Reaktion auf die Gründung der internationalen Klimaorganisation IPCC beteiligt sich Exxon 1988 am Aufbau einer Gegenorganisation: der Global Climate Coalition, eines Zusammenschlusses von Lobbyisten, die unter Verschleierung ihrer Geldgeber klimaskeptische Desinformation betreiben. Wie die aussieht, zeigt der Global Climate Science Communications Plan, den Exxon mit dem American Petroleum Institute 1998 ausarbeitet. Unter der Überschrift "Victory Will Be Achieved When ..." heißt es, die Öffentlichkeit und die Medien müssten von "Unsicherheiten" in der Klimawissenschaft überzeugt und diejenigen, die dann noch Klimaschutzmaßnahmen verteidigen, als "abgehoben von der Realität" dargestellt werden. Flankiert wird dieser Plan durch den Aufbau von Thinktanks und pseudowissenschaftlichen Instituten, in denen Akademiker, die klimaskeptische Positionen vertreten, in Kommunikationsarbeit geschult werden, um sich in mediale Debatten einzuschalten. Allein in der New York Times veröffentlichen Exxon und der Nachfolgekonzern Exxon Mobil bis in die letzten Jahre über 36 Advertorials, die die wissenschaftliche Grundlage der Klimapolitik infrage stellen.
Gezielte Desinformation
Es ist, kurz gesagt, das Programm einer medial vermittelten Scheinrealität. Besonders erfolgreich ist dabei das Imperium des Medientycoons Rupert Murdoch. Mit dem Wall Street Journal und diversen anderen Print-Erzeugnissen, mit dem TV-Sender Fox News und Dutzenden Kommentatoren aus lokalen Radiostationen entwickelt sich die wohl erste Echokammer der modernen Kommunikationsgesellschaft. Dort geben sich die Pseudoexperten der mit Petrodollars geschmierten Thinktanks die Klinke in die Hand. Ein Klimaleugner, der im Wall Street Journal interviewt wird, kann mit einer Einladung zu Fox News rechnen, die ganz sicher einen positiven Kommentar im örtlichen Radio nach sich ziehen wird: Klimaleugnung auf allen Kanälen.
Dass diese Strategie erfolgreich ist, hat auch mit der Schwäche der liberalen Öffentlichkeit zu tun. Sie ahnt nichts vom Informationskrieg, der über sie hereingebrochen ist. Während man bei Fox News auf Klimaleugnung geschaltet hat, meint man von der New York Times über die Washington Post bis hin zu CNN, "ausgewogen" berichten zu müssen, und lässt auch die Protagonisten der Desinformationskampagnen ausführlich zu Wort kommen. Das Ergebnis ist eine katastrophale Verzerrung. Für den Zeitraum von 1993 bis 2003 hat die Wissenschaftshistorikerin Naomi Oreskes, Autorin des bahnbrechenden Buches Merchants of Doubt (auf Deutsch Die Machiavellis der Wissenschaft), unter 928 Publikationen in Fachzeitschriften zum Schlüsselwort "globale Klimaveränderung" nicht eine einzige Veröffentlichung gefunden, die sich gegen die Erkenntnis von der menschlich verursachten Erderwärmung wandte. In den Zeitungen und im Fernsehen taucht dieser Standpunkt in einem vergleichbaren Zeitraum in jedem zweiten Beitrag auf.
Die ideologische Aufladung des Themas
Die Klimaleugner haben einen Keil zwischen Wissenschaft und Medien getrieben. Das heißt: Sie haben die amerikanische Gesellschaft in der wichtigsten Frage der Gegenwart gespalten. Mit verheerenden Auswirkungen: Die Regierungen von Ronald Reagan und anfangs auch George H. W. Bush versuchten noch, die internationale Führungsrolle in der Bekämpfung des Klimawandels zu übernehmen ("Wir können einfach nicht abwarten – der Preis der Untätigkeit wird zu hoch sein", heißt es 1989 im State Department). Heute hingegen glauben einer aktuellen Studie des Pew Research Center zufolge weniger als 16 Prozent der Wähler der Republikaner, dass es einen starken wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel gibt. Dieser schon in den neunziger Jahren einsetzende Meinungsumschwung trägt entscheidend dazu bei, dass die USA dem 1998 in Kyoto beschlossenen Klimaabkommen nicht beitreten. Auch der folgende Klimagipfel 2009 in Kopenhagen scheitert. Kurz zuvor hat der Informationskrieg mit "Climategate" einen neuen Höhepunkt erreicht. Unbekannte Hacker ergaunern sich Zugang zu den E-Mails führender Klimawissenschaftler der University of East Anglia, rechte Kommunikationsstrategen rufen geballt einen Wissenschaftsskandal aus, es seien Daten manipuliert und abweichende Untersuchungsergebnisse unterdrückt worden. Obwohl unabhängige Untersuchungen der E-Mails keinen Anhaltspunkt für unwissenschaftliches Arbeiten feststellen können, geben nach dem vermeintlichen Skandal in Umfragen über 50 Prozent der befragten Amerikaner an, Climategate habe ihr Vertrauen in die Klimawissenschaft erschüttert.
Besonders beunruhigend ist die ideologische Aufladung des Themas. Nachdem seit 1989 die Systemkonkurrenz mit dem Kommunismus passé ist, erkennt ein Teil der Republikaner den neuen Gegner im Innern. Jetzt heißt es: Green is the new red. Hinter den Klimaschutzforderungen stünden in Wahrheit Öko-Sozialisten, die das Land über die CO₂-Verringerung zu Tode regulieren und ihre Umverteilungsfantasien zugunsten des globalen Südens durchsetzen wollten. Das Gegenprogramm dazu lautet: America first! Es ist der Schulterschluss der Ölindustrie mit den marktradikalen und rechtsnationalistischen Kräften, aus denen der ultrakonservative Republikaner-Flügel der Tea Party und Trump hervorgehen werden.
Es geht um Kapital
Tatsächlich hat der heutige Rechtsnationalismus seine Wurzeln ganz und gar in den Desinformationskampagnen der Klimaleugner. Er nutzt dieselben Strategien und Waffen, die im Kampf gegen Klimaschutzmaßnahmen geschmiedet wurden. Selbst die Akteure sind häufig dieselben. Alles wiederholt sich. Vieles als Farce: Nachdem die Klimaleugner mit der Klimawissenschaft auch gleich das wissenschaftliche Weltbild entsorgt haben und damit die Basis des demokratischen Diskurses, kann man nun behaupten, was man will. Zum Beispiel, dass Obama in Wahrheit ein Muslim sei oder Hillary Clinton einen Kinderporno-Ring betreibe ("Pizzagate").
Neu ist allerdings die Ausweitung, Perfektionierung und Intensivierung des Informationskriegs seit Ende der nuller Jahre. Dafür gibt es zwei Gründe: zum einen die Aktivität Russlands; zum anderen den Aufstieg von Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter zu neuen Massenmedien, die den direkten Zugang zum beeinflussbaren Individuum ermöglichen. Für marktradikale, klimaleugnende, rechtsnationalistische Kräfte ist das ein unverhoffter Segen. Die alte Öffentlichkeit war durch Medien strukturiert, die, wie unvollkommen auch immer, zwischen Informationsquellen und der Öffentlichkeit vermittelten und als eine Säule der Demokratie fungierten. Mit Facebook, Twitter und YouTube, die weitgehend auf redaktionelle Haltung verzichten (mit Ausnahme von Nacktbild-Zensur), entsteht eine neue, unregulierte Öffentlichkeit, in der allein Marktgesetze herrschen. Wer am meisten Kapital einsetzen kann, hat die größten Chancen, den Markt für sich zu nutzen.

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