Kaminofen Erfahrungen

Alle allgemeinen Themen rund um Kamine und Öfen.

Moderator: ScarlettOHara

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MIJOFL
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Kaminofen Erfahrungen

Beitrag von MIJOFL » 1. Mai 2021, 18:42

Ich habe bereits 3 Kaminöfen in meinem Büro betrieben.
Der Dritte fliegt nun auch raus. Die Heizleistungen aller drei Kaminöfen waren sehr gut.
Nun kommen das ABER und mein Fazit:
Alle drei Öfen waren Schmuddelöfen, d.h., sie haben wesentlich zur Raumverschmutzung beim Brennstoff nachlegen und bei der Aschereiningung beigetragen. Gerade diese wichtigen Parameter werden bei allen „Ofentests“ nicht berücksichtig.
Weiterhin musste bei allen Öfen die Schamotte erneuert werden. Der letzte war besonders anfällig, da Weichschamotte. :evil: Wenn an der hinteren vertikalen Schamotte Luftzufuhrlöcher sind, wird diese Schamotte nach wenigen Betriebsstunden des
Ofens horizontal einen unschönen Riss erhalten. Die Anordnung der Löcher ist eine Art „Sollbruchstelle“. Mein Tipp: vor Erneuerung mit Flex horizontal ca. 3 mm einen Schnitt anlegen. Man bekommt dann wenigstens einen „geraden Riss“, der sicher kommt!
Richtig wäre eine konstruktive Trennung der Schamotte in horizontalen Ebenen durch den Hersteller. Aber der Ersatzteilhandel muss florieren.
Zudem hatte dieser keinen Rüttelrost.
Die Asche konnte nur mit einem Flachpinsel in den Aschekasten durch den Miniaturrost gefegt werden.
Der Brennraum war beim letzten Ofen sehr flach und schloss in der Ebene fast mit dem unteren Türrahmen ab, was bedeutet: Asche flog beim Öffnen der Ofentür immer raus.

Was ist meine Lektion daraus:
Traue keinen der Testberichte, unbedingt genauestens sachkundig machen.

Mein nächster Kaminofen hat u.a. eine separate Aschekastentür (also zwei Türen), der Aschekasten sollte eine dem Heizverhalten geeignete Größe haben.
Scheibenspühlung, getrennt regelbaren Primär- und Sekundärluftzufuhr unbedingt bei Kaminöfen. Die Feuermulde muss etwas tiefer unter der unteren Feueröffnung liegen. Mindestens 8 cm . Ein Rüttelrost empfehle ich unbedingt.
Ein Rüttelrost sollte ohne dem Öffnen der Feuerraumtür betätigt werden können.
Der komplette Brennraumeinsatz sollte aus Gusseisen bestehen, oder die Wandverkleidungen aus sehr haltbaren Material. Schamottewechsel ist teuer.
Der Ofen sollte unbedingt den neusten gesetzlichen Bestimmungen entsprechen.
Es dauert, bis man so einen Kaminofen findet. Aber sie gibt es!

Linda_S10
Beiträge: 5
Registriert: 30. Apr 2021, 11:36

Re: Kaminofen Erfahrungen

Beitrag von Linda_S10 » 3. Mai 2021, 11:11

Vielen Dank für den Beitrag!
Ich besitze selbst einen Kaminofen zu Hause und kann dem Punk nur zustimmen, dass man nur eine Freude an dem Gerät hat, wenn nicht jedes Mal beim Feuerholz nachlegen das Wohnzimmer geputzt werden muss...
Dem Tipp mit der separaten Aschekastentür kann ich nur voll und ganz bestätigen! Damit spart man sich wirklich viel Dreck. Bei meinem Modell ist zwar die Größe des Aschekastens nicht ganz zufriedenstellend, aber damit kann ich noch leben.

Wirklich ein sehr guter Beitrag, der auf jeden Fall um einiges informativer ist, als so manche Beiträge im Netz.
MIJOFL hat geschrieben:
1. Mai 2021, 18:42
Ich habe bereits 3 Kaminöfen in meinem Büro betrieben.
Der Dritte fliegt nun auch raus. Die Heizleistungen aller drei Kaminöfen waren sehr gut.
Nun kommen das ABER und mein Fazit:
Alle drei Öfen waren Schmuddelöfen, d.h., sie haben wesentlich zur Raumverschmutzung beim Brennstoff nachlegen und bei der Aschereiningung beigetragen. Gerade diese wichtigen Parameter werden bei allen „Ofentests“ nicht berücksichtig.
Weiterhin musste bei allen Öfen die Schamotte erneuert werden. Der letzte war besonders anfällig, da Weichschamotte. :evil: Wenn an der hinteren vertikalen Schamotte Luftzufuhrlöcher sind, wird diese Schamotte nach wenigen Betriebsstunden des
Ofens horizontal einen unschönen Riss erhalten. Die Anordnung der Löcher ist eine Art „Sollbruchstelle“. Mein Tipp: vor Erneuerung mit Flex horizontal ca. 3 mm einen Schnitt anlegen. Man bekommt dann wenigstens einen „geraden Riss“, der sicher kommt!
Richtig wäre eine konstruktive Trennung der Schamotte in horizontalen Ebenen durch den Hersteller. Aber der Ersatzteilhandel muss florieren.
Zudem hatte dieser keinen Rüttelrost.
Die Asche konnte nur mit einem Flachpinsel in den Aschekasten durch den Miniaturrost gefegt werden.
Der Brennraum war beim letzten Ofen sehr flach und schloss in der Ebene fast mit dem unteren Türrahmen ab, was bedeutet: Asche flog beim Öffnen der Ofentür immer raus.

Was ist meine Lektion daraus:
Traue keinen der Testberichte, unbedingt genauestens sachkundig machen.

Mein nächster Kaminofen hat u.a. eine separate Aschekastentür (also zwei Türen), der Aschekasten sollte eine dem Heizverhalten geeignete Größe haben.
Scheibenspühlung, getrennt regelbaren Primär- und Sekundärluftzufuhr unbedingt bei Kaminöfen. Die Feuermulde muss etwas tiefer unter der unteren Feueröffnung liegen. Mindestens 8 cm . Ein Rüttelrost empfehle ich unbedingt.
Ein Rüttelrost sollte ohne dem Öffnen der Feuerraumtür betätigt werden können.
Der komplette Brennraumeinsatz sollte aus Gusseisen bestehen, oder die Wandverkleidungen aus sehr haltbaren Material. Schamottewechsel ist teuer.
Der Ofen sollte unbedingt den neusten gesetzlichen Bestimmungen entsprechen.
Es dauert, bis man so einen Kaminofen findet. Aber sie gibt es!

sicherer-ofenkauf.de
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Re: Kaminofen Erfahrungen

Beitrag von sicherer-ofenkauf.de » 5. Mai 2021, 11:04

Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Viele Kaminöfen sind technische Fehlkonstruktionen.
Miniascheschubladen, Feuerungsräume für Holzstücke bis max. 25 cm Länge.
Glasscheiben die schlecht eingesetzt sind, wo Spannungsrisse vorprogrammiert sind.
Aber wie bei vielen anderen Produkten geht es heute beim Kaminofen um Optik und Design. Und bei den Ofenherstellern wimmelt es von Marketingsprüchen. Halt alles Propaganda. PR Publik Relation.
Leider verwenden immer mehr Hersteller Vermiculiteplatten, statt Schamottesteine. Schamotteformsteine die es nur in einem Ofen gibt und nur über den Hersteller zu bekommen sind, sind oft sehr teuer.
Öfen die über einfache, rechteckige Schamottesteine verfügen sollte man bevorzugen. Aber wie überall in der Technik gibt es Qualitätsunterschiede bei Schamottesteinen und auch bei Vermiculite.
Öfen mit gebogenen, runden Scheiben mögen vielleicht optisch schöner aussehen. Fragen Sie doch mal den Verkäufer VOR dem Kauf des Ofens, was eine neue Glasscheibe kostet. Da werden Sie staunen. Bis zu 500 € für gebogene, runde Scheiben werden teilweise verlangt.
Gerade Scheiben bekommt man im Internethandel sehr günstig. Meist preiswerter als die „ Originalscheibe“ vom Hersteller. Dazu muß man wissen das kein Ofenhersteller selber Glasscheiben herstellt. Der größte Hersteller in Deutschland ist Schott Glas in Mainz. Die beliefern viele Ofenhersteller. Und viele Glashändler( Glasereien) vor Ort haben auch hitzefestes Glas und schneiden Ihnen Ihr Maß zu.
Das man NUR einen neuen oder gebrauchten Ofen kauft der die heutigen Normen von Deutschland oder Österreich und der Schweiz erfüllt versteht sich von selbst.
Aber gerade die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen 1. BImSchV. von Deutschland war schon technisch veraltet als sie am 22. März 2010 in Kraft trat.
Nur einen Mindestwirkungsgrad von 73% für einen Kaminofen nach EN 13240 als Zeitbrandfeuerstätte ist ein Witz. Längst gibt es Kaminöfen die bis zu 89 % haben. Österreich beweist es ja mit seiner Norm 15a B-VG. Dort gilt seit dem 1. Januar 2015 ein Mindestwirkungsgrad von 80%
Aber wer einen besonders guten Ofen kaufen will der kauft einen der das Deutsche Umweltzeichen der blaue Engel hat. Das wird seit dem 1. Januar 2020 vergeben. Noch gibt es aber fast keine Kaminöfen mit dem Blauen Engel.
Gussteile als Feuerraumauskleidung werden fast nicht mehr verwendet.
Diese halten zu lange und man kann als Hersteller und Händler nicht mehr verdienen am Ersatzteilverkauf. After Sale heißt dieses Geschäft heute in der Wirtschaft.
Da die Magen der Hersteller und Händler weniger werden, versucht es die Wirtschaft über After Sale. Zu Deutsch Nach dem Kauf.

MfG Dieter Klaucke

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