Kaufberatung: Bezahlbarer Holzofen mit möglichst hohem Wirkungsgrad

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Moderator: ScarlettOHara

Karli
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Kaufberatung: Bezahlbarer Holzofen mit möglichst hohem Wirkungsgrad

Beitrag von Karli » 26. Okt 2019, 10:53

Hallo zusammen,

ich würde gerne unseren alten ziemlich kaputten Holzofen aus den frühen 90er Jahren gerne durch einen neuen ersetzen. Durch umfangreiche Wärmedämmmaßnahmen reicht jetzt locker die halbe Leistung.

Gewünschte technische Daten: Sollte für sehr kalte Tage so etwa 4 KW haben und bis 1 KW heruntergeregelt werden können. Sollte so beschaffen sein, dass man nicht zu oft Feuer anbauen muss. In den alten Ofen ging eine größere Menge Holz hinein (habe mal gemessen: 7,5Kg habe ich rein bekommen) Dabei habe ich das Feuer nicht unten sondern oben auf dem Holz angebaut. Das reichte dann den ganzen Tag und auch am nächsten Morgen war es noch bisschen gemütlich in dem Raum. Das sollte mit dem neuen Ofen auch gehen.
Ich brauche keine Glasscheibe. Würde sogar eher darauf verzichten, weil ich mir einbilde, dass die Glasscheiben den Wirkungsgrad verschlechtern.
Selbstverständlich muss der Ofen eine aktuelle Zulassung haben, so dass es keinen Stress mit dem Schorni gibt.
Schön wäre es, wenn der Ausgang hinten wäre und nicht tiefer als in 67cm (in der Rohrmitte) und mit einem 120er Rohr. Notfalls könnte ich die Bohrung aber auch nach oben verlegen und auch die Größe noch anpassen.
Der Ofen wird zwischen Außentemperaturen zwischen sagen wir mal im Tagesmittel von unter 7°C (also in der Regel von November bis sagen wir April) benötigt.

Gibt es so nen in bezahlbarer Ausführung? (unter 1000€) Oder vielleicht sogar gebraucht?

Danke schon mal für Eure Empfehlungen und Ratschläge
und
viele Grüße
Karl-Alfred Römer

RC23
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Re: Kaufberatung: Bezahlbarer Holzofen mit möglichst hohem Wirkungsgrad

Beitrag von RC23 » 26. Okt 2019, 12:56

Von der Beschreibung her und mit dem Ziel "große Menge an Holz für den ganzen Tag Wärme" ist das ein Grundofen. Nur gibt´s den neu nicht für 1000 Euro.

Bin selber kein Fachmann, aber andere Fachleute hier im Forum wissen mehr.

Schloti
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Re: Kaufberatung: Bezahlbarer Holzofen mit möglichst hohem Wirkungsgrad

Beitrag von Schloti » 26. Okt 2019, 17:36

für 1000Euro gibts nicht mal eine annähernd halbwegs vernünftige Baumarktkiste.
Weitersparen bis du mind 5-6tsd. im Budget für einen Speicherofen hast. Mein Rat und meine persönliche Meinung

RC23
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Re: Kaufberatung: Bezahlbarer Holzofen mit möglichst hohem Wirkungsgrad

Beitrag von RC23 » 26. Okt 2019, 18:56

Wenn ich mir seine Frage noch einmal durchlese, könnte ein Dauerbrenner mit großer Zulademöglichkeit seine Lösung sein. Und die gibt es für um die 400 Euro mit einer Nennleistung von 6 kW. Öfen mit noch kleinerer Nennleistung so 3..4 kW kenne ich nicht. Öfen fangen mit 5 kW an.

Die Heizleistung steuere ich über die Menge an Holz, die ich in den Brennraum lege. Also, bei gewünscht geringer Heizleistung heißt es regelmäßig alle Stunde Holz nachlegen oder ich steige auf Hartholzbriketts um. Ich sage bewußt Hartholzbriketts (aus Buche o.ä.), denn die häufig in den Baumärkten angebotenen Weichholzbriketts brennen nur halb so lang. Anheizen mit Brennholz und auf die Glut dann Hartholzbriketts legen.

Neue Ofen Modelle besitzen im Regelfall die Zulassung für die 2.Stufe der BImSchV und sind häufig tauglich für Hartholzbriketts, die dann 2,5 bis 3 Stunden Dauerbetrieb in einem Heizgang bieten. Freigabe für Holzbriketts in der Anleitung prüfen.

Habe im Forum gute Erfahrungen zum Wamsler Raumheizer RH-6F gelesen - noch dazu sehen die Teile für einen Wohnraum recht gut aus -. Er hat die Zulassung für 24h Dauerbetrieb und als Brennstoffe: Scheitholz, Holzbriketts und Braunkohlebriketts. Braunkohlebriketts sind aber heutzutage Umweltschutzgründen dringend abzuraten. Mehr Ruß fällt an, das dann das Ofenrohr zusetzt.

Der Wamsler RH-6F bringt mit Brennholz 80% als Wirkungsgrad, was gut ist. https://wamsler.eu/wp-content/uploads/2013/11/Emissionsblatt_RH6F.pdf

Das Modell gibt´s auch in anderen Farben. https://wamsler.eu/produkte/werkstattofen/raumheizer-rh/raumheizer-rh-6f-lavendel/

Karli
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Re: Kaufberatung: Bezahlbarer Holzofen mit möglichst hohem Wirkungsgrad

Beitrag von Karli » 26. Okt 2019, 19:30

Vielen Dank für Eure Antworten. Insbesondere für das Stichwort "Grundofen", von dem ich noch nie gehört habe und im Moment gerade Videos zu in Youtube schaue. Super interessant, wenn auch völlig überdimensioniert für meine Zwecke und mit Sicherheit auch viel zu teuer. Und vielen Dank für für den Hinweis auf den Wamsler Raumheizer RH-6F. Der ist ja außergewöhnlich günstig und kann sogar noch zum Kochen benutzt werden.
Bekommt man auch nach Jahren noch Ersatzteile für den dafür? (insbesondere Schamottsteine)

RC23
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Re: Kaufberatung: Bezahlbarer Holzofen mit möglichst hohem Wirkungsgrad

Beitrag von RC23 » 26. Okt 2019, 21:22

Karli hat geschrieben:
26. Okt 2019, 19:30
... Bekommt man auch nach Jahren noch Ersatzteile für den dafür? (insbesondere Schamottsteine)
Wamsler ist ein alteingessener Ofenbauer aus Ismaning bei München, der inzwischen in Ungarn seine Öfen bauen läßt, wie manch andere Ofenhersteller auch. Die Ersatzteilversorgung sehe ich als gesichert an. Im schlimmsten Fall, wenn Wamsler nicht mehr da sein sollte, lassen sich Schamottsteine aus Standard-Schamottsteinen passend herstellen, wenn man mit Säge und Raspel umgehen kann. Wamsler gibt eine Garantie auf Ofenverschleißteile mit einer Verfügbarkeit von 10 Jahren ab Kauf.

Wamsler gibt´s seit 1875 und ist recht aktiv. https://wamsler.eu

Wamsler Ausstellungsraum https://wamsler.eu/service-und-kontakt/ausstellungsraum/

Karli
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Re: Kaufberatung: Bezahlbarer Holzofen mit möglichst hohem Wirkungsgrad

Beitrag von Karli » 27. Okt 2019, 19:57

Dann wird's wohl der Wamsler werden. Spricht ja anscheinend wirklich gar nichts gegen diesen Ofen.
Vielen Dank an Euch alle!

RC23
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Re: Kaufberatung: Bezahlbarer Holzofen mit möglichst hohem Wirkungsgrad

Beitrag von RC23 » 27. Okt 2019, 21:08

Ich weiß nicht, ob es dagegen spricht: Neue Öfen brauchen zwei Mal Heizen bis der Lack eingebrannt ist. Der Lack wird dann hart und dünstet nicht mehr aus. Also, beim ersten und zweiten Mal damit rechnen, daß der Ofen stinkt... Das Problem kann man lösen, indem man beim Anheizen die Zimmerfenster offen stehen läßt und der Gestank nach außen abziehen kann... Und dann ist Ruhe. Ist halt so.

Ein Tipp: Ofentüre beim ersten und zweiten Mal Heizen offen stehen lassen, da sonst durch den weichen Lack die Ofentüre mit dem Rahmen verklebt.
Zuletzt geändert von RC23 am 28. Okt 2019, 08:29, insgesamt 2-mal geändert.

Karli
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Re: Kaufberatung: Bezahlbarer Holzofen mit möglichst hohem Wirkungsgrad

Beitrag von Karli » 27. Okt 2019, 22:45

Danke für den Hinweis. Auf die Idee, dass der Lack etwas verkleben könnte, wäre ich vermutlich nicht von selbst gekommen.

RC23
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Re: Kaufberatung: Bezahlbarer Holzofen mit möglichst hohem Wirkungsgrad

Beitrag von RC23 » 28. Okt 2019, 20:45

Lese auch im Forum der Leute mit, die im Wald mit Motorsägen unterwegs sind und selbst Brennholz machen. Beim Vorstellen ihrer Kaminöfen zuhause ist auch ein Wamsler dabei, der lange Jahre zuverlässig geheizt hat und nun ersetzt werden muß, weil er die Umweltschutzauflagen bei CO und Staub nicht mehr einhält.

Wamsler Ofen http://motorsaegen-portal.de/viewtopic.php?f=43&t=3888&start=1340#p1650532

Spricht für die Langzeitqualität der Wamsler Teile.

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