Kaufberatung Kaminofen

Alle allgemeinen Themen rund um Kamine und Öfen.

Moderator: ScarlettOHara

sicherer-ofenkauf.de
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Re: Kaufberatung Kaminofen

Beitrag von sicherer-ofenkauf.de » 22. Mai 2021, 21:30

Bei Kaminöfen und Kamineinsätzen sind ca. 20-30% des Gesamtpreises nur die reinen Materialkosten. Das ist überrings bei vielen technische Produkten so.
Der Rest setzt sich zusammen aus Entwicklungskosten, Werbung und Marketingkosten. Logistik und Vertriebskosten. Gewinn für den Hersteller und Händler und Steuern und evtl. Zöllen.
Bei einem Produkt das 1.000 € inkl. 19 % Mwst. kostet ist ja der Nettopreis ohne Mwst. 840,33 €
Um bei dem Beispiel des Ofens für 1.000 € zu bleiben
Wenn auf dem Nettopreis der Händler 30 % Marge hat, sind das schon netto 588 € Von diesen Preis gehen ab die gesamten Kosten der Herstellung und des Vertriebs.
Anderes Beispiel
Ein Braun Elektrorasierer der in China gefertigt wird kostet ca. 10 € in China netto.
Beim Endkunden in Westeuropa kostet er ca. 95 € brutto
Das Design eines Produkt hat kaum Einfluß auf die Kosten der Herstellung und des Vertriebs.
Design wird aber teuer verkauft. Weil der Verbraucher darauf reinfällt und sich von Marketingmaßnahmen und PR Publik Relation beeinflussen lässt.
Design hat auch in der Regel nichts mit Qualität zu tun.
Ganz extremes Beispiel ist „ Markenparfüm“ Hier wird durch aufwendige Verpackung und sehr kostenintensive Maßnahmen wie Werbung das Produkt extrem teuer gemacht Der reine Materialpreis für die Chemikalien ist nur ca.5% des Verkaufspreises. Halt nur PR.

MfG Dieter Klaucke

sicherer-ofenkauf.de
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Re: Kaufberatung Kaminofen

Beitrag von sicherer-ofenkauf.de » 23. Mai 2021, 11:28

Leider gibt es hier in diesem Forum Menschen die über keine fundierten Kenntnisse über Werkstoffe oder generell über Einzelraumfeuerungsanlagen ERFA verfügen.
1. Die Auskleidung des Feuerungsraum mit Gusseisenplatten. Schamottesteinen oder Vermiculiteplatten hat keine Auswirkungen auf die Emissionswerte der ERFA. Das wird Ihnen jedes Feuerstättenprüfinstitut bestätigen.
2. Die Auskleidung des Feuerungsraum mit diesen Werkstoffen wird nicht gemacht um eine Wärmespeicherung zu erreichen. Die Auskleidung erfolgt nur um den Brennraum zu schützen . Wenn die ERFA aus Stahl oder Gusseisen ist muß der Brennraum gegen zu hohe Temperaturen geschützt werden. Um Schäden am Korpus der ERFA zu verhindern
Nur bei gemauerten Kachelöfen werden Schamottesteine verwendet für die Wärmespeicherung. Dabei handelt es aber um sehr dicke Schamottesteine bis zu 15 cm dicke
In einem Kaminofen oder Kamineinsatz werden keine Schamottesteine in dieser Dicke verwendet. Meistens zwischen 15-30 mm Dicke.
3. Das wird Ihnen jeder Hersteller einer ERFA und jedes Prüfinstitut bestätigen.
4. Seit Jahrhunderten verwenden ERFA Hersteller dafür Gusseisen oder Schamottesteine. In den letzten 25 Jahren werden immer mehr Vermiculiteplatten verwendet. Vermiculite speichert überhaupt keine Wärme
MfG Dieter Klaucke

Wolf
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Re: Kaufberatung Kaminofen

Beitrag von Wolf » 24. Mai 2021, 00:02

Schwierig im Internet ist, dass man nicht so leicht erkennen kann, ob jemand was von dem versteht, was er schreibt :roll:
;)
Ich nehme das als "fundiert" an und danke für die Anmerkungen.
Zuletzt geändert von Wolf am 24. Mai 2021, 10:20, insgesamt 1-mal geändert.

Schwarzmann
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Re: Kaufberatung Kaminofen

Beitrag von Schwarzmann » 24. Mai 2021, 05:26

Ich finde, schon bei jedem "ERFA" bekommt man so ein trockenes Kratzen im Hals und möchte es gleich wieder ausspucken...

Tatsache ist nunmal, das dummkonstruierte Feuerungen mit wärmeableitender Brennkammerverkleidung (zB Guss- oder Stahlplatten oder früher auch wassergekühlte Feuerräume als extrem-Beispiel) deutlich mehr Probleme mit Gestank, Qualm oder gar Glanzrußbildung mit Risiko eines Schornsteinbrandes darstellen. Wenn eine Gußhütte Öfen herstellt, ist es natürlich naheliegend, dass sie so viel wie möglich an Teilen selbst produziert und nicht woanders zukaufen, konfigurieren, lagern und verwalten will. Auch sind diese Öfen ja auf dem Prüfstand erfolgreich. Dass ein Prüfstandsbetrieb vom realen Praxisbetrieb stark abweicht kann sich jeder denken.

Herr Klauke besitzt ausgezeichnete Detail- und juristische Kenntnisse in Materialkunde und so vielem aus dem Bereich der Ofen-Technik, aber diesbezüglich wie oben dargestellt habe ich nunmal mehr Praxiserfahrungen auf die sich meine Beurteilung stützt.

Kamineinsätze geben die flache Bauweise vom Design her vor und Kaminöfen haben diese Form nur, wenn Design vor der Funktion kommt?
Das heißt bei Kamineinsätzen kommt Design normalerweise vor der Funktion?
Nochmal: eine Kaminofen ist "in die Höhe" ausgerichtet mit seinen Maß-Verhältnissen. Ein "offner Kamin" bzw Kamineinsatz ist "in die Breite" ausgerichtet, zumal er ja auch oft zwei- oder gar dreiseitig gestaltet ist. Das ist so nunmal historisch technisch gewachsen und erwartet der Kunde einfach so.
Ich will keine Haare spalten, aber es bleibt etwas undurchsichtig für mich.
Was ich "auch" nicht verstehe ist, dass Kamineinsätze genauso teuer sind wie ganze Öfen - und teurer - ... dabei fehlt "die Hälfte" :?
Das hat Herr Klauke sehr gut erklärt. Kamineinsätze sind mehr im oberen Premiumsegment angesiedelt. Sie haben eine sehr hohe Modell-Varianz aber eher geringere Stückzahlen. Auch werden hier höchste Ansprüche an Maß-Toleranzen, bequeme Bedienung und Anmutung gestellt. Zudem erfolgt mit hohem Marketing und starker Marken-Prägung der Vertrieb und Einbau überwiegend durch das Ofensetzer-Handwerk in individueller Ausgestaltung und Design je nach Kundenwunsch und finanzieller Investitionsmöglichkeit.
Bei Kaminöfen ist eine deutliche Massenproduktion der Fall und es gibt hier wesentlich geringere Ansprüche, da auch die Kunden-Klientel eine ganz GANZ andere Liga ist.
Wenn es dafür einen verständlichen Grund gibt ist es die Technik, die drin steckt, aber warum gibt es keine Öfen, in der die bessere Technik verbaut wird ...
... und warum keine Kamineinsätze ohne teure Technik?
Die "bessere" Technik gibt es längst, aber wie gesagt: im eher billigen Kaminofen-Markt lässt sich das halt kaum vermarkten und erfordert manchmal etwas ungewohnte Bedienung oder hat gar elektrische, fernsteuerbare Funktionsteile. Nur liegt halt eher selten eine Steckdose in Ofennähe und ein sichtbares Kabel im repräsentativen Wohn-Lebensbereich ist nicht gern gesehen.

Es gibt schon auch billige Kamineinätze, aber die sind dann natürlich qualitativ auch einfach gering-wertiger. Die Türen nicht rahmenlos, Scharniere sichtbar, Griffe werden heißer, manches ist gröber , anderes zu schwach gefertigt, fängt früher an zu wackeln oder verzieht sich anderweitig. Das sind sehr viele oft kleine nur schwer erkennbare Details wie gußeisener konischer Abgangsstutzen statt Stahlblechring, gebogene oder gar gekantete Glasteile statt planer Einzelstücke die an der Stoßkante undicht sind, Griff-Mechanik und vor allem Heb-Senk-Schwenk-Kipp-Mechanik der oft großen und schweren Glasteile sowie die inneren Gegengewichte mit Dämpfung usw usw. Daher kommt da schon so einiges zusammen.
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

Wolf
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Re: Kaufberatung Kaminofen

Beitrag von Wolf » 24. Mai 2021, 10:07

Nachdem ich gestern mehr hier "rum geschnüffelt" habe, ist mir deutlich geworden, dass "Schwarzmann" und "sicherer-ofenkauf.de" beide von sich sagen, sich auszukennen und trotzdem verschiedene Ansichten haben.
Ist ja auch in Ordnung. Als Forums-Mitglied rechne ich mit unterschiedlichen Einschätzungen. Ich muss und kann mir da schon selbst ein Bild machen, auch wenn es durch sich wiedersprechende Fachmann-Auskünfte schwieriger wird.

Die Tatsache, dass es sehr viele Öfen von Firmen mit gutem Ruf gibt, deren Feuerraum quer ausgerichtet ist, lässt mich annehmen, dass es auf diesen Aspekt verschiedene Sichtweisen gibt.
Quer hat halt zumindest den Vorteil, dass längere Holzscheite in dieselbe Raumgröße hinein passen.
Der "Iron Dog Eins" IST hoch ausgerichtet.
Deswegen ist das Urteil: "Also ist dieser Ofen NONSENS!", nonsens.
Man merkt schon, wo meine Tendenz hin geht - was nicht heißt, dass ich irgendwas wüsste - man muss sich halt manchmal entscheiden im Leben. 8-)
Momentan hoffe ich noch immer auf jemanden, der die "Nummer Eins unter den eisernen Hunden" selber benutzt und mir aus seiner Praxis berichten kann.
Die Besitzer dieses Ofenmodelles sitzen aber offensichtlich lieber gemütlich davor, als sich in Internet-Foren herum zu treiben :)

Wolf
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Re: Kaufberatung Kaminofen

Beitrag von Wolf » 25. Mai 2021, 18:03

inzwischen habe ich rausgefunden:
Der "Iron Dog I" hat keine selbstschließende Tür und an einen Kamin dürfen nur dann zwei Öfen, wenn beide selbstschließende Türen haben.
Weil ich mich an solche Vorgaben halten will, wird das nix mit dem Hund.

Schwarzmann
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Re: Kaufberatung Kaminofen

Beitrag von Schwarzmann » 31. Mai 2021, 21:13

Die Tatsache, dass es sehr viele Öfen von Firmen mit gutem Ruf gibt, deren Feuerraum quer ausgerichtet ist, lässt mich annehmen, dass es auf diesen Aspekt verschiedene Sichtweisen gibt.
Ja un? Es verkaufen sich auch SUV sehr gut, sind DAS deshalb die besseren oder "richtigen" Autos? Auch DA kaufen technische Laien einfach "ein Auto" das ihnen gefällt und scheinbar den Erwartungen entspricht. Obwohl auch dem Dümmsten klar ist, dass der Luftwiderstand horrend ansteigt mit größerem Fahrzeug und höherer Geschwindigkeit. Daraus resultieren hohe Verkaufszahlen und ein scheinbar "guter Ruf" der Hersteller. Das sind unreflektierte sich selbsterfüllende Wunsch-Prophezeihungen.
Quer hat halt zumindest den Vorteil, dass längere Holzscheite in dieselbe Raumgröße hinein passen.
Aber auch nichts weiter als ein Vorteil auf den ersten Blick in Hinsicht auf Bedienbarkeit, aber KEIN technischer Vorteil für die Verbrennung, weils sie so ungünstig "lang" wird und das Feuer nicht konzentriert und heiß wird um schadstoffarm zu verbrennen. Der Idealfall ist nunmal ein Kreis, zweitbeste Lösung ein Quadrat, drittbeste Lösung ein Rechteck mit Seitenverhältnis 2:3 max 2:4. Auch die Sichtscheibe ist verbrennungstechnisch von großem Nachteil, weil sie nunmal naturgemäß viel Wärme aus dem Verbrennungsprozess abführt. DESHALB sind offene Kamine/Heizeinsätze auch so eine Krux.
Der "Iron Dog Eins" IST hoch ausgerichtet.
WO denn? Hat er mind 40-50cm freie Ausbrandhöhe über dem Feuerraum??
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

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