Bauholzabfälle verheizen?

Hier werden alle technischen Fragen zu Kaminen und Öfen behandelt.

Moderator: ScarlettOHara

Johannes
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Re: Bauholzabfälle verheizen?

Beitrag von Johannes » 26. Mai 2016, 13:03

Soviel Quecksilber ist das auch wieder nicht, nur etwas mehr als ein 1000Liter Fass.

Soll aber nicht heißen das man nun Abfall verbrennen darf oder soll!
1100°C Verbrennungstemperatur sollten es bei Dioxinen schon sein, das schaffen aber die Lustfeuer nicht!

Wenn man absolut nichts aus dem Kamin herauskommen sieht und riecht, brennt Holz besonders Nadelholz bei 1100°C am aller besten.
Schornsteinfeger flucht immer bei Holzöfen, bei Nachbarn Kinderbadewanne voll Pechschwarzer Ruß aus dem Kamin, mit angeblich nur einpaar Steer verbrannten Premium Holzes.
Ist jedesmal Fix und Fertig, dauert auch zu lange, ist nicht kostendeckend, Atemschutzgerät und Staublunge und er kann danach gleich wieder Duschen!
Es raucht und stinkt selbst bei den erfahrensten Holzheizern, sogar wenn sie mit dem besten Holz heizen!
Im falschen Moment die Fenster auf, hat man eine Woche lang etwas davon. :oops:
Bei mir sieht und riecht man nichts ~2-10mg/m³, Stückholzofen ~500-10000mg/m³, Ölheizung ~0.04mg/m³, Schorni meint zwei Hand voll braun oxidierte Flugasche ist doch noch garnichts!
Stückholz Scheitholz ist eben oft noch als eine Armeleute Heizung in unseren Gesetzen verankert, das müste man erst ändern!
Die wo sie heute nutzen, sind die meisten aber nicht mehr Arm sondern nur Geizig!
Wo das hinführt, sieht man in Österreich und der Schweiz, bei neuen Jahrhundert Feinstaubrekorden seit beginn der Aufzeichnungen.
In Haushalten wo ein Holzofen steht, ist die Menge an Hausmüll, Gelber Sack, Kartonagen und Bauabfällen mit und ohne Holzschutz, Statistisch nachweisbar rückläufig.
Wie es der Opa und die Oma halt schon gemacht haben. ;)

Nach neuesten Forschungsergebnissen könnte enormer Feinstaubausstoss sogar zukünftig in einigen Hunderten Jahren Staatlich gefördert werden.
Künstlich erzeugte Vulkanausbrüche wären auch sehr gut, und vor 10000 Jahren gab es viel mehr Feinstaub als heute, er war nur besser verteilt.
Es könnten damit die Entstehungsursachen von Dürreproblemen, Hungersnöten, Hitzewellen, Tsunamis und Harrikans gelöst werden.
Feinstaub könnte der Klimaerwärmung massiv entgegenwirken, seit 12000Jahren ist bereits Warmzeit, vor 2000Jahren wäre schon wieder Eiszeit gewesen, und die hätte 90000Jahre gedauert.
Mindestens 50000-100000Jahre wird sie sich nun wahrscheinlich auch wegen uns verschieben. :D
Bild
Zwei Autonome Italiener (Pellet) Neubau 3-33kW 300m², Altbau 2-22kW 170m² 6Tonnen/J Pellets gesamt.
Ohne Puffer und Firlefanz, BlmSchV2, >90% auf H²O, 50°C Vorlauf bis -18°C.

hunley9001
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Re: Bauholzabfälle verheizen?

Beitrag von hunley9001 » 26. Mai 2016, 19:28

Irgendwie steht mir einer auf der Leitung. Ich verstehe immer noch nicht, was Du uns sagen willst? :shock:

Johannes
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Re: Bauholzabfälle verheizen?

Beitrag von Johannes » 26. Mai 2016, 20:58

Warte einfach noch einpaarhundert Jahre! ;)
Für Bauholzabfälle eignet sich besser ein alte Emailierte Badewanne!
Bild
Zwei Autonome Italiener (Pellet) Neubau 3-33kW 300m², Altbau 2-22kW 170m² 6Tonnen/J Pellets gesamt.
Ohne Puffer und Firlefanz, BlmSchV2, >90% auf H²O, 50°C Vorlauf bis -18°C.

hunley9001
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Re: Bauholzabfälle verheizen?

Beitrag von hunley9001 » 27. Mai 2016, 08:38

Ok, danke für die Erklärung!
Ich suche dann mal ein paar Bauholzabfälle und fackel diese dann am 27.5.2116 in meiner Badewanne ab.
Bin schon sehr gespannt auf den Verlauf des Experiments...

Johannes
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Re: Bauholzabfälle verheizen?

Beitrag von Johannes » 27. Mai 2016, 10:34

Das Dioxinfenster liegt bei 300-600°C hier arbeiten kaum darüber die meisten Holzöfen.
Sie stoßen bei zu geringer Luftzufuhr auch ohne eine Abfallverbrennung mit normalem Holz bereits genügend Dioxine aus.
Mit einer alten Badewanne erreicht man nach einer Weile locker 40-50kW und ~1000°C.
Wenn der Kaminfeger mal eine Rußprobe ins Labor schickt, kann er Müllverbrennung auch nach Jahren noch nachweisen.
Ist als ob man mit einem Diesel irgendwann mal Heizöl getankt hat, es kann auch schon viele Jahre zurückliegen.

Das Problem bei diesem einfachen Dioxin Test war aber, mehr als 90% der Holzbetreiber ständen dann laut Studien durch Verständnis und Handhabungsfehlern ihres Ofens und Kessels, unter dem Verdacht Müll zu verbrennen.
Besonders betroffen waren gemauerte Kachel und Grundöfen, der Dioxinausstoss war bei ihnen Konstruktionsbedingt mit Abstand am höchsten. :(
Man hat ihn deswegen einfach bleiben gelassen.
Heute kann man aber Kostengünstiger viel mehr messen, auch was genau wann verbrannt wurde!

Behandeltes Holz kann man bei uns auch umsonst abgeben, es wird bei 1100°C verbrannt und verstromt!
Abfallverbrennung im Kamin oder im Garten macht heute den bedeutendsten Anteil der Dioxinemissionen aus.
Eine wilde Verbrennung von einem Kilogramm Abfall belastet die Umwelt so stark wie die Entsorgung von zehn Tonnen in einer modernen Müllverbrennungsanlage.
Eine sehr heiße Badewanne kommt da aber schon verdammt nahe ran.
Ich verbrenne heute auch fast nichts mehr unter 1000°C.
Bild
Zwei Autonome Italiener (Pellet) Neubau 3-33kW 300m², Altbau 2-22kW 170m² 6Tonnen/J Pellets gesamt.
Ohne Puffer und Firlefanz, BlmSchV2, >90% auf H²O, 50°C Vorlauf bis -18°C.

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Re: Bauholzabfälle verheizen?

Beitrag von sicherer-ofenkauf.de » 10. Aug 2019, 11:49

In der Deutschen Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen 1. BImSchV. im § 3 sind die zulässigen Brennstoffe aufgeführt, die in einer Einzelraumfeuerungsanlage verbrannt werden dürfen.
Unter Absatz 6:
Gestrichenes. Lackiertes oder beschichtetes Holz sowie daraus anfallende Reste, soweit keine Holzschutzmittel aufgetragen oder infolge einer Behandlung enthalten sind und Beschichtungen keine halogenorganischen Verbindungen oder Schwermetalle enthalten.
Unter Absatz 7:
Sperrholz, Spanplatten, Faserplatten oder sonst verleimtes Holz sowie daraus anfallende Reste. sowie keine Holzschutzmittel aufgetragen oder infolge einer Behandlung enthalten sind und Beschichtungen keine halogenorganischen Verbindungen oder Schwermetalle enthalten.
Was heißt das nun in der Realität.
Nur wenn Sie zu 100 % wissen, dass das Holz oder diese Holzwerkstoffe keine Holzschutzmittel enthalten und keine Schwermetalle und halogenorganischen Verbindungen enthält, dürfen Sie es verbrennen.
Aber wissen Sie das immer?
Besonders bei Holz oder Holzwerkstoffen unbekannter Herkunft , z.B. aus dem Abbruch von Gebäuden sollten Sie dieses Holz nicht verbrennen.
Da in der alten Bunderepublik und in der DDR aber auch in der Schweiz und Österreich bis Anfang der 1990 er Jahre z.B. Holzschutzmittel verarbeitet wurde, die heute verboten sind, können Sie nicht sicher sein, das altes Holz NICHT mit Holzschutzmittel behandelt wurde. Die DDR hat bis zum Ende das Holzschutzmittel Hylotox hergestellt und auch verarbeitet. Hylotox enthält DDT, Lindan und PCP.
DDT wurde in der Bundesrepublik bereits 1976 verboten. In der ehemaligen DDR sind Tausende Gebäude Hylotox verseucht.
Auch viele Verpackungshölzer und Paletten sind mit Pils- und Pflanzenschutzschutzmittel behandelt. Diese Hölzer qualmen schwarz wenn man sie verbrennt.
Altholz wird heute in Deutschland in Müllverbrennungsanlagen verbrannt die über Abgasreinigungssyteme verfügen die ihr Kaminofen nicht hat. Und bei Temperaturen über 1.100 ° C.
Altholz wird und darf nicht verwendet werden für die Herstellung von Pellets.
Und tatsächlich werden z.B. bei ebay-kleinanzeigen.de Althölzer verschenkt und sogar alte Bahnschwellen mit dem Hinweise können verbrannt werden.
Alte Bahnschwellen enthalten Teeröl das Krebserregend ist. Solche Bahnschwellen dürfen seit 1992 nicht mehr in Deutschland verwendet werden im Garten- und Landschaftsbau. Und alte Bahnschwellen sollten Sie niemals im Innenbereich eines Gebäudes verarbeiten.
Bedenken Sie folgendes. Viele verschenken Altholz und Bahnschwellen weil sie ihren Sondermüll kostenlos entsorgen wollen.
Altholz das verbotene Holzschutzmittel enthält dürfen Sie nicht einmal verschenken. Das regelt in Deutschland die Chemikalienverbotsverordnung. Und auch nicht bei ebay.de oder ebay-kleinanzeigen.de anbieten. Das verstößt auch gegen die AGB von ebay.de
Also Vorsicht vor Altholz.

MfG Dieter klaucke

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