Kamin defekt? Eingerissene Steinwand

Hier werden alle technischen Fragen zu Kaminen und Öfen behandelt.

Moderator: ScarlettOHara

Jada
Beiträge: 5
Registriert: 7. Mär 2019, 10:34

Kamin defekt? Eingerissene Steinwand

Beitrag von Jada » 7. Mär 2019, 10:39

Hallo zusammen,
wir sind absolute Kaminneulinge und daher entschuldigt bitte falls diese Frage in euren Augen total lächerlich sein sollte.

Wir haben ein Haus bezogen, dass den Kamin vom Bild (s. unten) beinhaltete. Jetzt haben wir aber gesehen, dass die Steinwände links und rechts so brüchig sind. Ist das normal? Also Gebrauchserscheinungen? Oder geht er schon kaputt?

Vielen Dank für eure Meinungen !

Jasmin

PS: Herje, ich weiß nicht wie ich ein Bild hochladen kann. Hoffe mit den nachfolgenden Links geht es. DANKE FÜR EURE MÜHE !!

https://www.directupload.net/file/d/538 ... le_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/538 ... 2e_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/538 ... f9_jpg.htm

Brandmeister_0701
Beiträge: 82
Registriert: 5. Jan 2018, 16:52

Re: Kamin defekt? Eingerissene Steinwand

Beitrag von Brandmeister_0701 » 7. Mär 2019, 12:45

Hallo Jasmin,

das ist ganz normal. Nach einigen Jahren in Gebrauch, verschleißt die Feuerraumauskleidung. Man sagt, dass die entstandenen Risse kein Problem darstellen, so lange das dahinter liegende Stahlblech des Ofenkorpus noch nicht sichtbar ist. Das ist bei deinem Ofen jedoch der Fall, denn die Brennraumverkleidung der Rückwand hat es hinter sich. Die Verkleidung ist bei einem Ofen ein ganz normales Verschleißteil und kann daher leicht ausgewechselt werden. Bei Ihrem Ofen haben Sie zudem das Glück, dass vom Hersteller einfach geformte Platten verwendet wurden (es gibt auch Hersteller, die relativ komplex geformte Auskleidungsteile einsetzen). Konkret heißt das, dass du die verschlissenen Platten einfach ausbauen und die Maße ermitteln kannst. Im Internet kannst du dann ganz einfach neue Schamott- bzw. Vermiculitplatten bestellen und diese auf das benötigte Maß zurecht schneiden.

Evtl. gibt es die Platten auch noch beim Hersteller, was dann aber sicher etwas mehr kostet. Den Hersteller und das Ofenmodell kannst du dem Typenschild auf der Rückseite des Ofens entnehmen - sofern dieses noch vorhanden ist. ;)

Vllt. kannst du uns ja den Hersteller und das Ofenmodell einmal mitteilen. Es kann sein, dass du den Ofen so wie so in ein paar Jahren tauschen musst, da er die geltenden Emissionsrichtlinien nicht erfüllt.


Viele Grüße
Feuerstellen: aktuell nur eine :arrow: HASE Como, Bj. 2017

Jada
Beiträge: 5
Registriert: 7. Mär 2019, 10:34

Re: Kamin defekt? Eingerissene Steinwand

Beitrag von Jada » 7. Mär 2019, 13:08

Lieber Brandmeister_0701,

hab vielen lieben Dank für deine erste Einschätzung !!

Ich bin gerade auf der Arbeit, poste aber heute Abend ein Bild vom Typenschild.

Können wir den Kamin aktuell denn noch weiter nutzen?

Einmal im Jahr kommt ein Schornsteinfeger, gibt er uns Bescheid, wenn die Emissionsrichtlinien nicht mehr erfüllt sind? Oder müssen wir da selber drauf achten?

Danke für die Zeit die ihr euch nehmt um mir durch den Dschungel zu helfen !!

Brandmeister_0701
Beiträge: 82
Registriert: 5. Jan 2018, 16:52

Re: Kamin defekt? Eingerissene Steinwand

Beitrag von Brandmeister_0701 » 7. Mär 2019, 14:29

Kein Problem. ;)

Das Bild vom Typenschild wäre super. Dann können wir dir auch gleich direkt sagen, wie der Ofen einzustufen ist. Normalerweise müsste euch der Schornsteinfeger darauf hinweisen, wenn er zur nächsten Feuerstättenschau kommt.

Jetzt auf die Schnelle könntest du im Baumarkt etwas Schamottmörtel besorgen und die Risse damit zuschmieren. Das ist aber nur eine Notlösung damit ihr den Ofen erst einmal weiter betreiben könnt. Lange wird das dann so nicht halten.


Beste Grüße
Feuerstellen: aktuell nur eine :arrow: HASE Como, Bj. 2017

Jada
Beiträge: 5
Registriert: 7. Mär 2019, 10:34

Re: Kamin defekt? Eingerissene Steinwand

Beitrag von Jada » 7. Mär 2019, 20:07

Hallo Brandmeister_0701 und alle anderen Leser,

anbei das Bild vom Kaminschild. Sagt uns natürlich nichts :roll:

https://www.directupload.net/file/d/538 ... qm_jpg.htm

Könnt ihr damit was anfangen?

Nochmal zurück zum Thema Rissen:
Wie bekomme ich die Vermiculitplatten denn aus dem Kamin raus? Die sind so feste :roll: Und vor allem wie bekomme ich die wieder eingebaut?
Und schön, dass ich jetzt auch weiß, dass das gar keine Steinwand ist, sondern Vermiculitplatten :lol: Damit passt mein Titel ja jetzt nicht mehr so gut :D

Aber ich freu mich über die ganzen Infos und bin lernwillig !

Brandmeister_0701
Beiträge: 82
Registriert: 5. Jan 2018, 16:52

Re: Kamin defekt? Eingerissene Steinwand

Beitrag von Brandmeister_0701 » 7. Mär 2019, 20:46

Hallo Jasmin,

euer Ofen wurde im Jahr 2000 Hergestellt... Leider handelt es sich auch noch um einen Hersteller aus Ungarn, zu dem man so gut wie nichts findet. Im Jahr 2000 waren die strengeren Emissionsgrenzwerte noch nicht gültig. Ihr werdet den Ofen daher bis Ende 2024 austauschen oder mit einem Filter nachrüsten müssen. Ein paar Infos dazu gibt es unter anderem hier:
http://ratgeber-ofen.de/de/umwelt/bimschv

Ich würde sagen, dass in eurem Ofen Schamottplatten verbaut sind, da die Vermiculitauskleidungen damals so gut wie noch nicht eingesetzt wurden. Heute kann man aber problemlos Vermiculitplatten verwenden. Diese reflektieren die Wärmestrahlung noch besser als Schamotte und sorgen damit für höhere Temperaturen im Brennraum. Das ist unter anderem für einen guten Ausbrand wichtig.

Bei Youtube gibt es einige Filmchen, in denen die Reparatur ganz gut erklärt wird. Unter anderem hier:
https://www.youtube.com/watch?v=9W9wBQJMMHM

Kannst du mal ein Bild vom oberen Teil des Brennraumes machen. Mich interessiert, wie die Rauchumlenkplatte befestigt ist.

Normalerweise sind bei Kaminöfen die einzelnen Elemente der Feuerraumauskleidung nicht fixiert (d.h. nicht vermörtelt / verklebt). Das heißt sie befinden sich lose im Ofen und stützen sich gegenseitig. Normalerweise nimmt man zuerst die Rauchumlenkplatte heraus und kann dann ganz leicht die Seitenelemente entfernen. Bei einem Ofen, welcher Bodensteine besitzt, beginnt man mit diesen.Man kann das gut in folgendem Video erkennen: https://www.youtube.com/watch?v=m1biRxmvnz4.

Meine persönliche Empfehlung wäre, dass ihr euch in Zukunft mal Gedanken über ein neues, modernes Ofenmodell macht, welches die aktuellen Emissionsrichtlinien einhält. Dabei (wenn möglich) auch nicht so sehr aufs Geld schauen, sondern viel mehr auf hochwertige Technik achten. Und die gibt es in der Regel nicht im Baumarkt. ;) Wenn es soweit ist, steht das Forum natürlich gern mit guten Ratschlägen zur Seite.


Viele Grüße
Feuerstellen: aktuell nur eine :arrow: HASE Como, Bj. 2017

Schloti
Beiträge: 275
Registriert: 6. Dez 2013, 20:00
Wohnort: Mittelfranken

Re: Kamin defekt? Eingerissene Steinwand

Beitrag von Schloti » 8. Mär 2019, 05:54

Hallo Brandmeister,
wenn als Feuerraumauskleidung Schamotteplatten drin sind, darf die Auskleidung auch nur mit Schamotteplatten ausgetauscht werden, die die selbe Stärke haben müssen. Ansonsten erlischt die bauaufsichtliche Zulassung der Feuerstätte. Bei solchen Ratschlägen begibst du dich auf sehr dünnes Eis. Im Schadensfall bist du mit haftbar.
Die Art der Feuerraumauskleidung mit der Stärke steht in der Beschreibung der Feuerstätte zur Typprüfung mit drin.

Jada
Beiträge: 5
Registriert: 7. Mär 2019, 10:34

Re: Kamin defekt? Eingerissene Steinwand

Beitrag von Jada » 8. Mär 2019, 10:22

Hallo zusammen,

vorab die Bilder von der "Decke" des Kamins:
https://www.directupload.net/file/d/538 ... ph_jpg.htm
https://www.directupload.net/file/d/538 ... 5n_jpg.htm

Ich habe die zwei Platten von oben schon mal abgemacht:
https://www.directupload.net/file/d/538 ... e6_jpg.htm

Die Videos zum Ein- bzw Ausbau habe ich mir angeguckt, vielen Dank dafür !

Auch danke Schloti, für deinen Hinweis.

Wie erkenne ich denn ob es Schamotteplatten oder eine Vermiculitauskleidungen ist?

Und würde es im Fall der Fälle jemanden geben, den ich anrufen kann, wenn ich mir beim Kauf der richtigen Verkleidung unsicher bin, bzw bei dessen Einbau? Ein Kaminbauer oder den Schornsteinfeger oder so?

Schloti
Beiträge: 275
Registriert: 6. Dez 2013, 20:00
Wohnort: Mittelfranken

Re: Kamin defekt? Eingerissene Steinwand

Beitrag von Schloti » 8. Mär 2019, 11:40

Hallo Jasmin,
Schamotteplatten haben ein relativ hohes Eigengewicht. Wie Stein. Bei Vermiculiteplatten auf die Dicke achten. Diese sind auch sehr leicht und lassen sich mit einer normalen Säge bearbeiten und von Hand leicht brechen. Alternativ ruf den Kollegen Schorni vor Ort an. Der erklärt Dir/ Euch auch wie der Ofen richtig bedient wird und sagt Euch auch aus welchem Material die Platten sind und wo ihr vor Ort was bekommen könnt. Egal ob Schamotte oder Vermiculite.

Jada
Beiträge: 5
Registriert: 7. Mär 2019, 10:34

Re: Kamin defekt? Eingerissene Steinwand

Beitrag von Jada » 8. Mär 2019, 11:52

Danke für die Antwort. Die Platten sind ganz leicht also werden dass keine Schamotteplatten sein.

Habe den vorigen Hauseigentümer jetzt noch mal gefragt bezüglich des Kamins und er hat folgendes geantwortet.
„Den kaminofen haben wir vor ca. 15 Jahren bei Praktiker Baumarkt gekauft. Ich glaube, dass es den Hersteller nicht mehr gibt. Unterlagen habe ich nicht mehr.
Ja, man kann im Baumarkt solche innenplatten kaufen und ganz einfach zurecht sägen.“

Gibt es einen unterschied ob ich die Platten im Baumarkt kaufen oder online beim Fachhändler bestelle?

Antworten