Abgaswärmetauscher im Rauchrohr

Hier werden alle technischen Fragen zu Kaminen und Öfen behandelt.

Moderator: ScarlettOHara

Familie Buß
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Re: Abgaswärmetauscher im Rauchrohr

Beitrag von Familie Buß » 12. Jan 2018, 22:26

Ergänzend ist noch zu sagen, dass der aktuell von uns genutze Kamin ein 150er Rohr hat, während der neue ein 180er haben wird. Deshalb ist das doppelwandige Rohr über dem Flur bereits auf 180 verlegt und mit einem Adapterstück am aktuellen Rauchrohr verbunden.


Bei dem Thermometer gibt es noch ein Problem: das doppelwandige Rohr über dem Flur ist hinter einer Rigipsdecke mit Revisionsluke verborgen. Es wäre natürlich schön, wenn man nicht immer erst die Revi-Luke öffnen müsste, um das Thermometer mal eben schnell ablesen zu können.

Gibt es auch ein anderes empfehlenswertes und bewährtes Modell, das entweder eine flexible Verlängerungsmöglichkeit besitzt oder ein anderes System wie z. B. Funkübertragung?

Schwarzmann
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Re: Abgaswärmetauscher im Rauchrohr

Beitrag von Schwarzmann » 13. Jan 2018, 01:53

Ha Du Witzbold. Ein Ofen mit 180er Abgasrohr ändert natürlich schon etwas die Gesamtsituation...


Es gibt zumindest die billigen Bimetall-Thermometer mit unterschiedlich langem Fühlerschaft.

DANN sieht man das Teil halt immer im Flur. Also unter Deckel oder offen sichtbar, das musst Du selbst entscheiden.
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

Familie Buß
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Re: Abgaswärmetauscher im Rauchrohr

Beitrag von Familie Buß » 13. Jan 2018, 08:11

Wir wollen halt einen richtigen, eingebauten großen Kamin, und nicht nur so ein Hinstell-Teil. Die haben glaub ich fast alle 180er-Rohr?
Deswegen haben wir es damals schon so vorbereitet, aber erstmal den vorhandenen alten Stand-Kaminofen hingestellt, der nun den Geist aufgibt.

Ändert 180er Rohr die Sache zum Schlechteren oder zum Besseren? Erstmal kann da sicher mehr durch, aber ein Ofen, bei dem 180er Anschluss dran ist, braucht den vermutlich auch?

Schloti
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Re: Abgaswärmetauscher im Rauchrohr

Beitrag von Schloti » 13. Jan 2018, 09:32

Zu dem Thema auch mal eine Grundsatzfrage:
Hast du das Holz selbst ( Waldbesitzer) oder mußt du das kaufen bzw. wo bekommst du das her?
Welches Holz hast du? Buche, Eiche, Fichte, Kiefer....

Schwarzmann
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Re: Abgaswärmetauscher im Rauchrohr

Beitrag von Schwarzmann » 13. Jan 2018, 10:57

.
Ja, klar braucht ein Ofen mit 180er Abgang auch ein 180er Rohr, zumindest in 90% aller Fälle. Und damit passt natürlich auch alles besser, richtig.

Dennoch wird das 180er Rohr an sich NICHT wegen der Rauchgasmenge benötigt. Bis so 10-11 kW bekomme ich (bei entsprechendem Zug) auch durch ein 150er Rohr. ABER wenn ich eine Feuerstätte mit GROßER Feuerraumtüre habe, wie es bei Kamineinsätzen der Fall ist, DANN brauch ich das 180er Rohr, um die LUFTmenge mit aufzunehmen wenn ich die riesen Türe öffne, sonst raucht es nämlich raus.

Wir "brauchen" also ein größeres Rohr wegen dem Abzug beim Nachlegen. Jatzt haben wir als Widerstand den Wärmetauscher drin, ich schätze den mal auf eine Verschlechterung um 20%. Dann ist der Wärmetauscher im Laufe der Zeit verschmutzt, da steigt der Widerstand mal gerne gleich aufs Doppelte. KÖNNTE D A N N zu Rausrauchen beim Nachlegen führen.

Ein 180er Rauchrohr hat halt auch 20 % mehr Oberfläche, ABKÜHLfläche. DESHALB verschlechtert sich die Situation etwas.
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
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Familie Buß
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Re: Abgaswärmetauscher im Rauchrohr

Beitrag von Familie Buß » 13. Jan 2018, 12:53

Danke, Schwarzmann! Du kannst das so supertoll und idiotensicher erklären, dass es echt jeder versteht. Das haben wir bei unserem Bezirksschornsteinfeger leider nicht so gut kapiert, den wir zu der Thematik ja auch schon mehrmals interviewt haben. Der eiert eher nur rum, was er gut findet und was nicht, erklärt aber nicht so klar, wo genau er das Problem sieht.

Wir sind jetzt gerade an dem Punkt, dass wir uns in den nächsten Tagen so ein Abgasthermometer kaufen möchten. Das bauen wir ein - schadet ja nichts, auch wenn wir uns am Ende gegen einen wasserführenden Kamin entscheiden sollten. Dann kriegen wir einfach mal ein Gefühl dafür, welche Temperaturen hier bei uns zum Schornstein hinaus gehen, und welches Heizen welche Temperaturen verursacht.
Dann sehen wir ja, ob da noch viel Luft ist für Abkühlung durch Wassereinsatz, oder ob wir eh immer an den Untergrenze entlangschrappen und eine noch weitere Abkühlung dann bedenklich wäre.

Aktuell stehen wir kurz davor, einen gebrauchten Hark Speckstein-Eckkamin zu kaufen, für den wir vermutlich einen neuen Einsatz besorgen müssen. Der Speckstein ist takko, aber der Heizeinsatz wahrscheinlich zu alt. Wir müssen uns also nun entscheiden, ob wir einen direkt passenden neuen nicht wasserführenden Heizeinsatz für den Kamin besorgen oder die wasserführende Variante, die höher ist, und da dann noch ein Stück Speckstein besorgen und einsetzen müssen. Heißt, es wird ein bisschen basteln nötig.

Wir werden also jetzt mal ein Thermometer installieren, die nächsten Tage / Wochen die Abgastemperaturen beobachten, und dann sehen wir, was wir machen.

Ich finde gerade die Antwort nicht mehr, dass es manchmal 200°C Unterschied geben kann, je nachdem wie man gerade heizt. Diese Summe wollten wir jedenfalls zugrunde legen und als "Sicherheitspuffer" einplanen. Wenn laut unseren Messungen nach Abzug der 200°C trotzdem noch über 200°C übrig bleiben, sollte es dann passen?
Fragt sich nur, wie viel Toleranz man noch einplanen muss, weil die aktuellen Messungen ja noch am alten Ofen stattfinden würden und der neue ja doch nicht gleich reagieren wird.



@Schloti:

Nein, einen eigenen Wald haben wir nicht :D
Wir beziehen unser Holz aus den verschiedensten Quellen.
Diesen Sommer haben wir beispielsweise viel Holz von Nachbarn geschenkt bekommen, deren Bäume die Sommerstürme nicht überlebt haben. Darum liegt jetzt kleingesägtes und gespaltenes Lebensbaum- und Pflaumenbaumholz in unserem Holzunterstand und lagert bis nächstes Jahr noch ab.
Letztes Jahr haben wir viele Kiefernscheite geschenkt bekommen von jemandem, der umgezogen ist und im neuen Haus keinen Kamin mehr hatte. Die müssen wir zur Zeit noch wegverbrauchen.
Ab und zu müssen wir auch mal ein paar Kubikmeter Holz kaufen. Da nehmen wir dann meistens Buchenholz, tun uns mit den Nachbarn zusammen, die ebenfalls mit Holz heizen und lassen es mit LKW anliefern.
Und wir kriegen in großen Mengen Kiefernholz / Fichtenholz-Brettchen kostenlos. Unbehandelte "Abfälle" von irgendwelchen Holzarbeiten, auch Einweg-Paletten (ebenfalls unbehandelt, da Einweg und nicht Pfand). Das ist gutes Anmachholz :D
Bedeutet: wir haben sehr verschiedene Holzsorten zur Verfügung, ändert sich immer wieder mal. Und auch was wir reintun passen wir an das aktuelle Bedürfnis an, wie ich ja weiter oben schon schrieb. Erstmal viel Kiefer zum Warmheizen, später eher Buche usw.
Ich frage mich nur, was das hier zur Sache tut?

Schloti
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Re: Abgaswärmetauscher im Rauchrohr

Beitrag von Schloti » 13. Jan 2018, 15:58

Geht mir um Sinn und Wirtschaftlichkeit eines wasserführenden Kaminofens.
Meiner Meinung nach macht das nur Sinn wenn das Holz selbst vorhanden ist ( Selbstwerber im Wald oder Eigenwaldbesitzer).
Hier geht es doch um erhebliche Mehrkosten zu einem " normalen" Kaminofen / Kamineinsatz.
Vergiss mal den angeblichen Wirkungsgrad eines wasserführenden Kaminofens / -einsatzes.
Rechne mal Aufwand/ Kosten (ohne Zeit ) die du reel hast zusammen. (Anschaffung, Säge, Lager, Holzkauf... )
Ein Ster Holz ( Buche) soll theoretisch 210 l Heizöl oder m³ Erdgas ersetzen. Bei einem Wirkungsgrad von 100% sind das momentan ca. 130€. Bei einem [b]angegeben Wirkungsgrad[/b] von 80% sind das nur noch ca 170l Heizöl 110€
Dann mal die Investitionskosten in Anrechnung gebracht wird man lange brauchen bis sich das rechnet.

Familie Buß
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Re: Abgaswärmetauscher im Rauchrohr

Beitrag von Familie Buß » 13. Jan 2018, 16:19

Das stimmt schon, keine Frage.

Aber bei uns läuft der Kamin von Oktober bis April wegen der Gemütlichkeit eigentlich sowieso nonstopp durch, so bald einer zu Hause ist.
Von daher ist einfach nur der Gedanke, das, was eh schon in die Luft gejagt wird, wenigstens noch mal sinnvoll zu nutzen.
Trotzdem sind die Anschaffungskosten und der Aufwand (allein schon das Verlegen der Wasserleitungen über ca 20 Meter plus Isolierung) natürlich eine Menge, und es wird dauern, bis man das über die gesparten Gaskosten reinholt - wenn man es überhaupt je schafft.

Wir würden dann halt aber - wenn wir nicht mehr so auf die Gaskosten achten müssten - öfter mal die Fliesenheizung anstellen. Das ist einfach mal ein totales Plus an Wohnkomfort.




Wegen des Thermometers - wir haben uns jetzt dieses hier angesehen (apahua TM 902C):
http://www.ebay.de/itm/Abgasthermometer-digital-Thermometer-1000-C-Rauchgasthermometer-Rauchgas-1300C/151134954116?hash=item2330586284:g:5MYAAOSwZkJUSBju

Vorteil: wir können das Ding dort anbringen, wo wir es bequem ablesen können.
Nachteil: bei Amazon statt bei Ebay angesehen, bekommt das Ding dort total schlechte Bewertungen. Angeblich ungenau, schnell die Batterie leer...

Andererseits: wie genau muss das überhaupt sein? 10 oder 20 °C machen bei uns wohl den Kohl nicht fett. Und sechs Bewertungen sind jetzt auch nicht überwältigend viele. Zwei Leute waren sehr zufrieden.

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Re: Abgaswärmetauscher im Rauchrohr

Beitrag von Schloti » 13. Jan 2018, 17:21

Was hast du denn für eine Gasheizung? Hersteller Modell Baujahr?
Ich würde ehr Geld für eine Reduzierung des Verbrauches ausgeben. Dämmungen ( Keller/ Dach/ Fassade, Heizungsleitungen..., Optimierung der Regelung ( läuft bei 90% auf Werkseinstellung Mo -Fr von 6-22Uhr Tag dann Nachttemperatur), WW-Zirkulation anpassen oder rausnehmen, hydraulischer Abgleich an der Heizung....
Das bringt langfristig mehr

Schwarzmann
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Re: Abgaswärmetauscher im Rauchrohr

Beitrag von Schwarzmann » 13. Jan 2018, 17:45

Richtig. Das muss kein "Präzisions-Thermometer" sein, wären die Bimetall-Thermometer auch nicht unbedingt. Die Messung ist immer mit Toleranz behaftet, da nicht im heißesten Kernstrom und vor allem sollte der Fühler ab und zu gereinigt, zumindest durch Herausziehen der evtl. Rußbart abgestreift werden. Es geht wirklich nicht um 10 oder 20 Grad, es geht, wie Du auch schon erkannt hast, darum dass man ein Gefühl überprüfen kann wieviel grade abgeht. Und meine erwähnten 200K Unterschied je nach Zustand können echt eintreten. Das sind nämlich echt am Ende nur 100°C bei Brikett-Schlummerbrand oder mal locker über 300 wenn man grad mal "gib ihm alles" mit Vollast macht.

Ich hab mal alles durchwühlt... :

klassischer Kaminofen ca 8 kW, Rauchrohr ca 3,5m vor der Messtelle, kurz vor Schornsteineintritt

"Normalbetrieb", ein-zwei Scheite im Abbrand, übliches Romantikfeuer
Bild

Vollast, zwei-drei Scheite aufgelegt, Luftschieber voll geöffnet, Feuerraum voll mit Flammen ausgefüllt, "die kleine Hölle"
Bild
erinnert mich einbißchen an https://youtu.be/I-hadDvJseg?t=129

Als Energieberater gebe ich Schlotis Betrachtungen recht.
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

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