Kaufberatung Kaminofen/Specksteinofen

Alle allgemeinen Themen rund um Kamine und Öfen.

Moderator: ScarlettOHara

derbaui
Beiträge: 6
Registriert: 14. Mai 2017, 13:39

Kaufberatung Kaminofen/Specksteinofen

Beitrag von derbaui » 14. Mai 2017, 14:27

Hallo zusammen,

wir haben ein Haus gekauft. Hier ist bereits ein Schwedenofen installiert. Marke KAGO München II. Nach einigen ärgerlichen Brennversuchen haben wir entschieden, dass das Teil absoluter Schrott ist und ersetzt werden muss (Scheibe nach kürzester Zeit schwarz, Qualmt beim Nachlegen raus, lässt sich absolut nicht regel etc. etc.).

Jetzt sind wir also auf der Suche nach einem neuen ordentlichen Kaminofen. Schön wäre es, wenn er ein wenig Wärme speichern könnte -> Speckstein? Wir wissen, dass ein Speckstein-Ofen kein Ersatz für einen richtigen Kachelofen/Grundofen ist, aber ein paar Stunden Speicherfähigkeit wäre schon schön.

Wir haben ein wenig recherchiert und stehen aber völlig im Wald. Was wir auf keinen Fall mehr wollen, ist ein ähnlicher Schrott wie der verbaute.

Ich habe eine Skizze und ein paar Fotos vom Raum angehängt. Der Anschluss für das Rauchrohr ist in einer Höhe von ca. 94cm (mitte Rohr). Wenn möglich würden wir die Kernbohrung in den Schornstein gerne behalten. Habt ihr ein paar Empfehlungen oder Marken, die man sich näher anschauen kann?

Der Ofen soll das Wohn/Esszimmer (offen) beheizen. Der Durchgang zum Hausflur ist immer offen. Was empfehlt Ihr für eine Heizleistung? Das ganze Haus wird sonst mit Gas beheizt (Fußbodenheizung) und ist ganz klassisch mit einem 36,5er Ziegel ohne Außendämmung mit doppeltverglasten Kunststofffenstern gebaut.

Der Wohn/Essbereich hat gesamt ca. 65qm -> Gerne darf auch der Flur und Erste Stock ein wenig Wärme abbekommen :)

Preislich haben wir uns so um die 2.000 - 4.000 Euro eingeplant. Wenn es was VERNÜNFTIGES gibt, gerne auch günstiger.

Wenn ihr noch mehr Infos braucht, einfach kurz melden! Ansonsten schonmal vielen Dank für eure Antworten.

Bild
Bild
Bild

Bild

b-hoernchen
Beiträge: 372
Registriert: 31. Okt 2013, 22:05

Re: Kaufberatung Kaminofen/Specksteinofen

Beitrag von b-hoernchen » 14. Mai 2017, 16:14

Hallo baui,

immer wenn jemand einen "Specksteinofen" kaufen will, rechne ich ihm vor:

Spezifische Wärmekapazität (Speckstein): 0,98 KJ/Kg*K => 0,0002724 kWh
1 KJ = 0.000278 kWh

100Kg Speckstein können bei Abkühlung um 100 K also 2,724 kWh abgeben.
(eine Temperaturdifferenz von 100 K(elvin) ist genauso groß wie eine Differenz von 100°Celsius)

Schamotte: 1,00 kJ/kg*K (siehe http://www.ww-kachelofen.de/ofen-lexikon/schamotte.html),
Speckstein: 0,98 kJ/kg*K (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Speckstein).

Zum Vergleich: 1 kg ofentrockenes Buchenholz bringt etwa 4 kWh Wärmeenergie (die du mit dem Wirkungsgrad des Ofens multiplizieren musst, um den Anteil zu erhalten, der davon in den Raum abgegeben wird.

Also, wenn der Specksteinofen 1 t Speckstein enthält, dann kannst du darin tatsächlich die Energie von - sagen wir mal - 10 kg Holz speichern (kommt auf die "gemittelte" Speichertemperatur an, aber wenn der Ofen außen noch 80°C warm wird, darf es im Inneren schon etliche hundert Grad haben...).

Bei einem Kaminofen mit - vielleicht (!) - 100 kg Speckstein, "Spezialspeichersteinen" (verlange bitte ein Datenblatt, einen Nachweis der spezifischen Wärmekapazität, wenn der Verkäufer dir irgendwelche Märchen erzählen will) - kannst du vielleicht die Wärmeenergie von einem Pfund bis einem Kilogramm Brennholz speichern. Setze das mal bitte in Relation zu den (wievielen?) Tonnen an Ziegelsteinen (auch eine Art Keramik und in der Wärmekapazität nicht sooo weit entfernt von Schamotte), aus denen deine Wände bestehen - dazu noch x Tonnen Betondecke, falls du eine hast.

Was ich damit sagen will: Die Wärme sitzt in den Wänden, in der Decke - und nicht in dem kleinen oder "großen" Öfchen, das du dir kaufst.

Die Leute legen die Hand auf den Ofen und sagen: Jau, richtig schön warm, der heizt noch gut nach... . Dabei bedenken sie nicht, dass der gleiche "warme Ofen" in einen kalten Raum gebracht praktisch wirkungslos wäre. Das Wärmegefühl, die Behaglichkeit dauert so lange an, wie die Wände und Decken nicht ausgekühlt sind... .

Jetzt zu deinem Ofen: Große Tür - Rauch entweicht ins Wohnzimmer. Ist ja logisch, wie soll der Schornstein sooo viel Luft auf einmal wegpusten. Je größér die Ofentür, desto mehr bricht der Schornsteinzug zusammen, wenn man sie öffnet.

Je größer die Scheibe, desto schlechter brennt der Ofen, weil Wärmestrahlung wie Licht leicht durchs Glas entweicht. Dadurch wird der Brennraum nicht so heiß, die Scheibe verrußt... . Du musst eher am oberen Limit heizen, wenn du eine freie Scheibe haben willst, der Ofen ist schlechter "regelbar" (Holzöfen regelt man in erster Linie über die Auflagemenge an Holz - und nicht, indem man die Sekundärluftzufuhr drosselt).

"Gute", d. h. brauchbare Öfen gibt es für ein par hundert Euros, heißen oft "Werkstattöfen", einige wurden von unserem Forumsschorsteinfeger vor kurzer Zeit hier vorgestellt:
rund-um-kamine-und-%C3%96fen-f1/kaufberatung-kaminofen-t29397.html
z. B. Beitrag von Schwarzmann 20. April 2017 um 17:28,
ich hab' einen von einer anderen Firma - du musst also kein Vermögen ausgeben... .

Heizleistung: Ich würde schätzen - ein 5- 7 kW Ofen tut's für dich. Rausfinden kannst du es selber, wenn du bei kaltem Wetter (also unter realen Bedingungen) alle anderen Heizungen abstellst und mit Elektroheizgeräten versuchst warm zu machen - da kannst du die Wattzahl einstellen. Zum Aufheizen eines kalten Hauses brauchst du natürlich eine Reserve, die du blos zum Halten einer angenehmen Temperatur nicht brauchst.

Zum Aufstellort: Bislang steht dein Ofen erhöht - das ist suboptimal, da Wärme sowieso immer nach oben wegzieht, aber ob du das mit dem neuen Ofen ändern kannst oder willst, musst du wissen... .

LG
b-...
Wamsler Etna 3,7 - 9,6 kW

derbaui
Beiträge: 6
Registriert: 14. Mai 2017, 13:39

Re: Kaufberatung Kaminofen/Specksteinofen

Beitrag von derbaui » 14. Mai 2017, 22:19

Hallo b-hoernchen,

danke für deine ausführliche Antwort. Ich schließe daraus, dass Speicher- bzw. Specksteinöfen defacto sinnfrei sind, da zu geringe Speicherwirkung?

Das würde bedeuten, dass alle "Premium" Hersteller (Hark, Hase, Contura, Lotus etc.) die Kunden an der Nase herumführen, da die Öfen nicht das tun was sie sollen, nämlich einige Stunden die Wärme zu speichern? Ok, kann ich akzeptieren.

Ich wollte noch kurz darauf hinweisen, dass es uns nicht primär darum geht auf Teufel komm raus günstiger zu heizen als mit Gas. Es geht um das "Feeling". Ofenwärme ist einfach viel angenehmer als normale Heizung. Wir wollen mit dem Ofen bei kühlen Abenden oder im Winter zuheizen, d.h. die Fußbodenheizung läuft auf niedriger Stufe mit -> Haus kühlt nicht aus, für die "mollige" Wärme am Nachmittag/Abend sorgt der Ofen.

Wir möchten einen Ofen, der Feuersicht zulässt (wenn möglich im Ess- und Wohnbereich). Allerdings halt nicht so schlecht wie der bestehende Ofen (Feuersicht 3 Minuten, dann ist die Scheibe schwarz). Also lieber kleinere Scheibe, die sauber bleibt, als ein Riesenteil, dass nur verrußt ist. Und was definitv sein muss ist, dass er beim Nachheizen nicht rausqualmt wie der alte Mercedes Diesel von Großmutter :)

Ich habe mir den Beitrag von Schwarzmann durchgelesen. Der Justus Usedom würde uns ganz gut gefallen. Alle von Schwarzmann vorgestellten Öfen haben aber nur 5kw, ich bin mir nicht sicher, ob das für den Raum mit Flur ausreicht (an 3 Seiten Fenster, 2 Seiten davon bodentief). Der Flur ist riesig mit Treppenhaus in den 1. Stock und offen bis in den Dachstuhl. Von den Werkstattöfen könnten wir uns den Techfire Kaminofen »Slim Line und den Thorma Werkstattofen »Milano II ED« vorstellen. Sind die Öfen denn jetzt und in Zukunft nach den aktuellen Vorschriften noch zugelassen?

Schimpft mich ein Opfer der Werbung, aber ich tue mir noch ein wenig schwer damit, dass diese empfohlenen Öfen genauso gut sein sollen wie welche, die das 4-10 Fache kosten?! Es geht uns nicht primär darum, möglichst günstig zu sein, es ist ein selbstgenutztes Einfamilienhaus in dem wir hoffentlich die nächsten 30 Jahre verbringen. Wenn es aber wirklich so ist, dass die Öfen in der 300-800 Euro Klasse genauso zuverlässig und langlebig sind, wie die teureren Stücke, wollen wir natürlich nicht das Geld zum Fenster raushauen.

Was ich halt in garkeinem Fall mehr möchte, ist einen neuen Ofen zu kaufen, mit dem ich dann wieder Probleme habe, oder den ich nach 2 Jahren wieder wegschmeißen muss, weil er durch ist!

Achja und die Aufstellhöhe - ja das ist wohl eher suboptimal - wird sich aber leider nicht ändern lassen...

Schwarzmann
Beiträge: 742
Registriert: 20. Jan 2016, 20:27

Re: Kaufberatung Kaminofen/Specksteinofen

Beitrag von Schwarzmann » 15. Mai 2017, 20:49

Schätze selbst:

Der "normale" Wärmebedarf nach Faustformel ist GROB ca 70-100 Watt/m2 Wohnfläche.
Nun mess, zähle und errechne wie weit die 5000 Watt eines Ofens reichen.

PS: die Watt beziehen sich auf ca -12 Grad Außentemperatur......Wann is die ? NIE.
Der Normalfall ist grad mal 50% des maximalen Wärmebedarfs zwischen +5 und -5 Grad außen.

NICHTS ist schlimmer als überdimensionierte Öfen, sie überheizen die Räume (Energieverschwendung) wenn ich so heize dass ich schöne Flammen sehe oder sie stinken im Schwachbrand die Gegend ein (Umweltverschmutzung) weil es sonst zu warm wird - und die Ofenscheibe wird auch schwarz.

EINFACH NUR SCH....
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

Nelly
Beiträge: 2
Registriert: 7. Okt 2012, 21:21

Re: Kaufberatung Kaminofen/Specksteinofen

Beitrag von Nelly » 15. Mai 2017, 22:30

Hallo derbaui
wir haben im 2010 einen Lotus m2 eingebaut und ich bin sehr glücklich darüber. Wir haben die Oelheizung am 6.11.2016 eingestellt und am 2.2.2017 wieder abgestellt. Sobald es kühler wird feuern wir ein, der Ofen hat uns sehr viel gebracht. Ich muss aber auch dazu sagen das der beste Ofen nichts bringt wenn die Isolation nicht stimmt! Wir haben unser Haus im 2010 komplett Saniert 3 Fach Verglaste Fenster, neue 14 cm dicke Haustüre, 14cm Isolation an der Fassade und 30cm Isolation auf dem Dach. Der Oel verbrauch liegt immer so zwischen 200 und 300 Liter pro Jahr. Holzverbrauch ca 5 Ster pro Jahr da ich gerne Feure und immer 24 Grad habe. In den Badezimmern haben wir eine Infrarot Heizung die wir kurz einstellen wenn wir Duschen gehen und dann wieder ausschalten. Ich würde unsern Herrn Schorni wie wir ihn nennen nicht mehr hergeben.

Schwarzmann
Beiträge: 742
Registriert: 20. Jan 2016, 20:27

Re: Kaufberatung Kaminofen/Specksteinofen

Beitrag von Schwarzmann » 16. Mai 2017, 11:20


Und? Wieviel kW hat der Lotus m2?


Im Grunde gilt: KLEINSTmöglichster Ofen nehmen

- es ist NIE draußen dauernd -12 Grad kalt
- die Zentralheizung ist meist sowieso an
- es wird NIE alles beheizt
- jeder Ofen kann eine MEHRleistung im Bedarfsfall abgeben

PS: "Ich" hab mit dem Justus Usedom 5kW eine ganze 50m2 Dachwohnung (offen bis zum First , ca 3,5m) VOLLgeheizt (Bj 1990). Also hochgeheizt von ca 16 Grad Raumtemperatur auf 22. In der Übergangszeit brannte der einmal nachm Anzünden durch, ein - zweimal nachgelegt und dann ausgehen lassen, weil die Nachhitze (obwohl es ein REINER Stahlofen war) immer gereicht hat.

zu große Öfen = :cry: :evil:
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

derbaui
Beiträge: 6
Registriert: 14. Mai 2017, 13:39

Re: Kaufberatung Kaminofen/Specksteinofen

Beitrag von derbaui » 16. Mai 2017, 18:04

Also, wenn ich nach der Faustformel von Schwarzmann rechne:

Wohn/Essbereich: 68qm * 85W/qm = 5780W
Dann evtl. den Flur dazu: 35qm * 85W/qm = 2975W

Sind zusammen 8755W = 8,8kW

Ich gehe allerdings davon aus, dass das der Wärmebedarf bei alleinheizung ist. -> Durch die Zentralheizung werden hiervon sicherlich 50% gedeckt.

--> Der Ofen kann so ca. 4,4 - 5kW haben.

Kann man das so rechnen schwarzmann? Oder ist der von dir angegebene Wärmebedarf auf bereits temperierte Räume gesehen?

Damit wäre die Leistung dann so ungefähr geklärt. Was mir jetzt noch fehlt ist ein passendes Modell.

Wie ist den der Justus, schwarzmann? Insbesondere hinsichtlich:

- Verrußen der Scheibe
- Rausqualmen beim Nachlegen
- Regelbarkeit
- Langlebigkeit

Sorry dass ich so nachfrage. Aber so wie er auf den Bildern Ausschaut, hat er eine ähnlich große Scheibe wie der Schrott, der bei mir im Wohnzimmer steht und einen ähnlichen Türmechanismus. Und so eine Qualmschleuder will ich auf keinen Fall mehr. Und ich will auch nicht nach jedem Anheizen die Scheibe putzen müssen :(

Ich wollte wenn möglich was haben, dass die Wärme dann halbwegs gleichmäßig abgiebt, also nicht anheizen -> nach 10 Min. 35°C im Wohnzimmer. Und du hast recht, wenn der Ofen brennt würde ich auch gerne Flammen sehen, d.h. er sollte so 2-4 Stunden mit Flamme Brennen können ohne dass ich Sauna habe.

Der Usedom 5 würde uns sogar gut gefallen, das "dreieckige" Glas würde auch super zur Wohnsituation passen. Wie ist der denn von der Qualität her, schwarzmann? Wie ist es mit Verrußen der Scheibe? Hattest du ihn mit Rauchrohranschluss oben oder hinten in Betrieb? Weil bei uns sollte der wenn möglich hinten sein, damit wir die Bohrung nicht ändern müssen -> Problem?

Der Preis würde mir auch gefallen. In reiner Stahl ausführung ca. 619€ mit Specksteinverkleidung 689€. Was würdest du denn empfehlen? Garkeine Verkleidung, Speck-, Kalk- oder Sandstein? Was gibt es denn bei den Gesteinsarten überhaupt für einen Unterschied, oder ist das nur Optik?

Es gibt den dann auch noch in der W+ Version mit Wärmespeicher -> macht aber wohl dann laut deinen vorherigen Ausführungen wenig Sinn, dafür mehr Geld auszugeben?

Gibt es noch andere Alternativen zu dem Justus? Mir wäre halt wirklich wichtig, dass der von der Qualität her gut und langlebig ist. Ein Justus Ofen (Aber nicht dieses Modell) hat ja im Sitftung Warentest recht schlecht abgeschnitten. Wie ist der von den Abgaswerten? Darf ich den in Bayern noch betreiben?

Wie ist denn das mit der Höhe des Rauchrohres? Lässt sich das in einem begrenzten Bereich anpassen, oder muss der Rohrstutzen von der Höhe her identisch mit der Bohrung im Schornstein sein? Weil dann müsste ich das Loch ja in jedem Fall neu machen?

@Nelly: Danke für den Hinweis. Über den bin ich auch schon gestolpert. Würde uns optisch auch gut gefallen, aber der Preis ist doch ein wenig happig.

Puuh, viele Fragen. Hoffe es war nicht zu lang zum Lesen und schonmal danke für eure Antworten!

Schwarzmann
Beiträge: 742
Registriert: 20. Jan 2016, 20:27

Re: Kaufberatung Kaminofen/Specksteinofen

Beitrag von Schwarzmann » 16. Mai 2017, 22:53

uiii schöööön viiiiiel, danke

also, wie gesagt die Watt sind bei -12 außen, KEINER Zentralheizung und seeehr pauschal, strenggenommenn hat ein Flur keine Wärmeverluste, da ringsum MEIST alles warm.....da würd ich nur 50% ansetzen (denn klar: der Flur soll WARM sein!)

Was fürn Baujahr ist das Haus? neue Fenster? die 85 Watt gelten so etwa Baujahr 1965-1975 GROB


DER Justus Usedom:

- Verrußen der Scheibe
kaum , je nach Betrieb halt, eigentlich überwiegend FREI

- Rausqualmen beim Nachlegen ok, die Tür ist GROß und HOCH, bei geringem Zug (war dort der Fall, da Dachstock) und schnellem Öffnen hats etwas rausgequalmt

aber a) öffnet man nicht im Vollbrand b) stets langsam c) nicht ruckartig

- Regelbarkeit
sehr sehr gut, mit Drosselklappe! durch den KLEINEN Rost, kann man ihn auch gut runterregeln, mit wenig Glut dann schnell wieder anfahren: die Restglut auf den Rost kratzen, Unterluft voll auf...da geht der wie ein Schmiedefeuer ab und entzündet wieder das nächste Holzstück oder Brikett perfekt ohne pusten oder sonstwas

- Langlebigkeit der war dort glaub 5-6 Jahr im Dauerbetrieb, KEINEN Verschleiß! Hat alles immer einwandfrei funktioniert, meiner Meinung nach grad WEIL z.B. der Türmechanismus EINFACH un dzugänglich ist. Die Vermiculiteplatten waren immernoch ok, sind bei Bedarf leicht austauschbar. Auch äußerlich einwandfrei. Auch die Scheibe, fugenfrei in den Knicken, perfekt zu pflegen BEI BEDARF


Der Usedom ist SCHNELL. Durch die große Scheibe sofort Wärmestrahlung, durch die geringe Masse relativ schnell durchgewärmt, aber GUT REGELBAR

DORT war Rauchrohr nach OBEN, würde ich IMMER empfehlen, das heizt sehr stark MIT!

Erleichtert das Anheizen. und ICH finde es "gehört" an sich zu einem Ofen, rein gesamt-optisch, wenn ich ihn klar als OFEN haben möchte.
Will ich ihn mehr als "schönes Möbel" mach ich Abgang diskret nach hinten.

Abgang nach hinten ist IMMER en Sch...... mit dem Anpassen! Hol Dir lieber zuvor mal ne Massskizze! auf der Justus HP gibts die


ICH FINDE Speckstein oder Sandstein seeehr schööööön wenn das zum Ambiente passt -
hab ich viel Holz im Zimmer: Sandstein (braun)
hab ich mehr die heut üblichen grau-schwarz-Töne nehm ich Speckstein
technisch ists fast ohne Belang. Aber HAPTISCH sehr angenehm wenn man gerne den Ofen streichelt (LACH NET! ISSO!)

FrauenwollnDASso


Alle JETZT käuflichen Öfen halten die Abgaswerte ein, das ist absehbar so bleibend.
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

dersupergrobi
Beiträge: 116
Registriert: 5. Okt 2016, 15:07

Re: Kaufberatung Kaminofen/Specksteinofen

Beitrag von dersupergrobi » 17. Mai 2017, 16:28

mal eben eine andere Erfarhungsweise eines Neulings
(Haas Wien easy, 3 Scheibenofen, aufgestellt letzten September)
eine Heizperiode also durch.

Haus von 2005, 160qm + Keller 25qm
Gaszentralheizung als Fussbodenheizung im EG und OG, Keller Radiatoren (da ist mein Büro)

Warum die Entscheidung?
- angenehme Wärme
- zuheizen
- Flammenspiel
- "knistern hören" (nun gut, bei geschlossener Tür = 0

vom Speckstein haben wir uns im Vorfeld verabschiedet (nun gut, Frau hat das entschieden, fand sie häßlich),
sie fand den schwarzen Stahl perfekt (Ha, hab ich gut geheiratet)
Berechnet mit Schorni 6kw ausreichend, EG sind also gut 80qm, dafür sollte er auch sein.
OG sind schlafzimmer, da darf es nachts kühler sein.

was die Scheiben betrifft: Entweder sind die Dunkel und mal lebt damit oder man Heizt volles Rohr - dann sind die frei, wie schon geschrieben.
Ist hier wegen der Baumweise kein Problem: Tür zum Flur auf und die Wärme verteilst sich wunderbar...allerdings bekomme ich die Raumtemp
auch mal total muckelig auf 25 Gad hoch...das ist kurzfristig nett. ich bin lange wach, lege zum Schluss ggf nach und geh dann schlafen -das reicht aus.
Mitte Dezember habe ich die Fußbodenheizung leicht zugeschaltet, weil die halt morgens für Temp gesorgt hat. das war es aber auch schon.
Mein Gasverbrauch im vegleich zu den vorjahren ist nahezu identisch, aber der Winter war hier deutlich kälter als die letzten Jahre.
(Warmwasser über Heizung)

Also: der 6KW Ofen (80%Wirkungsgrad) reicht hier absolut aus

derbaui
Beiträge: 6
Registriert: 14. Mai 2017, 13:39

Re: Kaufberatung Kaminofen/Specksteinofen

Beitrag von derbaui » 17. Mai 2017, 20:11

Hallo zusammen,

@grobi: wir haben beinahe die gleichen Voraussetzungen. Bei uns die gleiche Anforderung und fast die gleichen Bedingungen. 168qm Wohnfläche, Fußbodenheizung, ähnliches Alter des Hauses. Ich bin mir eben auch nicht ganz sicher, ob die 5kW reichen oder nicht... das Wohn- Esszimmer sollte ein 5kW Ofen aber in jedem Fall warm bekommen, denke ich. Wie zufrieden bist du denn mit dem Haas? Habe heute auch ein paar gesehen (allerdings im Preisbereich zwischen 400-800 €) und die haben vom angrabbeln her einen weniger wertigen Eindruck hinterlassen als der Justus. Hatten alle auch nur einen einfach- Türverschluss. Muss aber nix bedeuten, dein Haas ist nochmal eine andere Preislage...

@schwarzmann: Haus ist BJ 2007, müsste KFW 70? Standard sein. Kunststofffenster, doppelt verglast, dicht; Dach gedämmt (offener Dachstuhl); gute Haustüre. 36,5er Ziegel, keine Außendämmung.

Haben den Justus heute um die Ecke mal live angeschaut. Macht einen guten Eindruck. Meiner holden hat der Sandstein auch am besten gefallen. Woher du das nur wusstest :)

Was mir aber gleich aufgefallen ist sind zwei Dinge:

- seeeehr kleines Aschefach
- kein Rüttelrost

Das mit den Rüttelrost ist so ein Ding...bei unserem jetzigen Schwedenofen verzogen und eigentlich nicht mehr funktionstüchtig (-> was nicht da ist kann nicht kaputt gehen), auf der anderen Seite immer Ascheflug beim Schüren und Dreck im Haus?

Das Aschefach könnte ich verschmerzen, da der Kompost gleich ums Eck ist. Wie ist denn da deine Erfahrung? Wie oft muss man das denn entleeren bzw. kann man 1-2 Tage heizen, ohne es leeren zu müssen?

Wir werden mal unseren Bezirks-Schorni kommen lassen wg. Anschluss, Freigabe etc. und uns dann entscheiden.

Antworten