Anfängerfragen

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Moderator: ScarlettOHara

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dstockm
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Anfängerfragen

Beitrag von dstockm » 8. Dez 2018, 12:37

Hallo,

ich habe ein paar Anfängerfragen. Letztlich geht es mir um die Frage ob ich etwas falsch mache, etwas falsches erwarte oder ob evtl. bauseits etwas nicht in Ordnung sein könnte.
Also erstmal die Rahmenbedingungen:
Es handelt sich um einen Rika Nex Speckstein ohne Rikatronic. Primär-/Sekundärluftzufuhr werden über einen einzigen Hebel gesteuert.
Der Ofen ist jetzt ca. 1 Jahr alt und wurde von einem Ofenbauer installiert.
Angeschlossen ist er am hinteren Abgang mit nur ca. 1m Weg vom Ofen bis Mitte des Schornsteins. Es sind nur zwei leicht verdrehte Bögen und ein Übergangsstück von 130mm auf 150mm verbaut (der Schornsteinanschluß liegt ca. 5cm über dem Abgang am Ofen). Es handelt sich um einen Edelstahl-Schornstein mit 150er Anschluß und ca. 5m Höhe über dem Anschluß.
Der Ofen bezieht seine Luft aus dem Raum. Das Haus ist ca. 45 Jahre alt, hat zwar neue Fenster, ist ansonsten aber gemessen an neuen Häusern nicht super luftdicht gedämmt.
Geheizt wird mit verschiedenen Harthölzern und manchmal mit Fichte. Restfeuchte mit Billg-Messgerät liegt irgendwo zwischen 8%-18%.

Zum Anzünden versuche ich möglichst eine gute Schicht Asche im Ofen zu lassen und nur mal ordentlich "durchzurühren". In der Mitte wo die Schlitze sind ist dann eher keine Asche, also die Schlitze sind frei.
Dann zwei kleine Stücke längs, 2-3 größere Scheiter hintereinander von hinten nach vorn. Dann zwei kleine längs, 5-6 Anzünder und dann 5-8 kleine quer obendrauf. Soweit ich das verstanden habe quasi nach "Vorschrift" für das Anzünden von oben.

So nun mal zu meinen Fragen bzw. "vermeintlichen" Problemen:
Erste Anzündphase Helbel links (Primär+Sekundär voll offen). Das Feuer "frisst" sich von oben nach unten und brennen tut es dann hauptsächlich von unten. Nach ca. 20 Minuten mache ich jeder Schmiede Konkurrenz. Das Abgasrohr hat dann irgendwas zwischen 180-220 Grad. Dann drängt es mich den Hebel mal langsam Richtung Mitte (Primär zu, Sekundär voll offen) zu bewegen.
Ich hatte meinen Ofenbauer natürlich schon mal da und der hat mir dann beigebracht nicht zu früh runterzuregeln. Das versuche ich umzusetzen und meine ersten Probleme habe ich damit auch schon mal verringert :-)
Nur finde ich immer noch nicht den richitgen Punkt, wann ich die Primärlust denn nun ganz schließen sollte.

Selbst bei voller Sekundärluft passiert es mir oft, dass die Flammen immer dunlkler werden und verschwinden. Das Holz hat dann zwar mächtig Hitze, der Ofen zieht nach wie vor ohne Ende Zuluft, aber es glüht nur noch hellorgange.
Mache ich die Tür einen kleinen Spalt auf, dann zieht der Ofen seitlich in die Glut und die Flammen kommen wieder.

Bezüglich Zug denke ich, dass ich eher zuviel als zu wenig habe. Außerdem scheint es daran zu scheitern, dass die Sekundärluft zu hoch zugeführt wird.
So wie ich mir das vorstelle möchte man doch einen Zustand erreichen, in welchem die Flammen schön goldgelb und (ein wenig lebhaft) wabern.
Meist gelingt mir das auch, allerdings nur wenn ich die Luftzufuhr permanent ändere (also den Ofen die erste Stunde permanent "betreue") und sie dann schließlich sehr weit runtergeregelt ist. Sonst bläst der Zug die aufkeimenden Flammen aus und sorgt trotzdem nicht für mehr "anfachen".

Ich frage mich ob ich einfach nur zu blöd bzw. ungeduldig bin oder ob es doch an einem zu starken Zug oder was anderem liegen kann. Der Ofenbauer fand das nicht und für eine Drosselklappe war er auch nicht. (Man muss dazusagen, dass eine Drosselklappe die gesamte Aufstellung etwas schwierig machen würde, weil wir dann etwas weit aus der Ecke herauskommen würden.)
Der Hark, der vorher bei meinem Vater hier stand, brannte damals und auch jetzt an seinem neuen Standort gefühlt komplett anders. Viel ruhiger. Der scheint aber auch eine Art automatische Luftregelung zu haben (ohne Elektronik).

Oder sehen die neuen, auf Abgaswerte optimierten Öfen vom Flammbild einfach anders aus?
Ich möchte ihn einfach nur optimal betreiben. Wenig Abgase und nicht unnötig durchfeueren. Ich versuche ihn nicht unnötig "klein" zu halten. Die Räume sind groß genug und die Türen oft offen, so dass ich die gesamte Etage heizen könnte.

Hat da jemand Ideen oder Tipps was ich ausprobieren könnte?
Besten Dank!

Schwarzmann
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Re: Anfängerfragen

Beitrag von Schwarzmann » 8. Dez 2018, 13:04

Zu starker Zug, eindeutig. Der Ofenbauer soll den Zug mal MESSEN.

Drosselklappe nachträglich EINBAUEN : https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... jKzVDIQe2j

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Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

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https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

dstockm
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Re: Anfängerfragen

Beitrag von dstockm » 10. Dez 2018, 22:08

Hallo,

danke. Das war ja auch meine Vermutung.
Die Drosselklappen kann man ja nachträglich in ein Rohr einbauen (kannte ich so noch nicht). Bei mir ist relativ wenig Platz. Außerdem ist ausgerechnet am längsten Rohrstück der Sensor für die Abzugshaube. Könnte man sie evtl. in den Deckel der Revisionsöffnung einbauen? Oder wird das dann schon zu knapp, so dass man die Klappe nicht mehr ganz öffnen könnte?
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Schwarzmann
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Re: Anfängerfragen

Beitrag von Schwarzmann » 10. Dez 2018, 23:42

Einbau bestimmt auch in die Revisionsöffnung, durch den -Deckel bessergesagt. Vorherprüfen ob dann die Klappe durch die Öffnung passt.

Oder Du bohrst senkrecht von oben , also so 3-5cm oberhalb des Revisionsdeckels, und montierst dort die Klappe. Prüfe aber ob Du dann dadurch noch das Rohr reinigen kannst.
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

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dstockm
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Re: Anfängerfragen

Beitrag von dstockm » 11. Dez 2018, 21:37

Die Variante in den Deckel fänd ich insofern gut, als dass dann die Drosselklappe beim Reinigen komplett aus dem weg wäre. Sonst wird es sicherlich fummelig immer direkt dran vorbei stochern zu müssen. Habe das Rauchrohr bisher noch nicht gereinigt. Der Ofen ist jetzt gerade mal ein Jahr da und auch jetzt bei kühleren Temperaturen nicht jeden Tag in Betrieb.
In dem verlinkten Video gab es ja Klappen, die nur eine Bohrung brauchten. Mit Kontermutter. Dann könnte man die ja einfach mit dem Deckel rausnehmen. Auch wenn es etwas unkonventionell aussähe die Drosselklappe schräg zu montieren. An den Griff käme man trotzdem gut dran.

Ich werde dann mal versuchen meinen Ofenbauer von Messung und ggf. Einbau zu überzeugen.

Heute abend wieder wie so oft. Anfeueren bringt volle Power. Nach 20 Min. Runteregeln - Flammen werden immer dunkler und irgendwann gehen sie ganz weg. Wenn ich dann Holz nachlege (zu früh natürlich, was dann Gestank im Raum bedeutet), was dann aber stärker ausgast und so auch bei keiner Primärzuluft Flammen produziert, dann bekomme ich den Ofen nach kurzer erneuter Primärluftzufuhr irgendwann in den Griff. Die Flammen entstehen dann aber erstmal eine ganze Zeit nur an den Enden der Holzscheite. Nach nach einer ganzen Weile hat sich dann ein Gleichgewicht eingestellt und das Flammbild ist so wie es sein sollte.
Ich vermute dass durch das erste Anfeuern die Temperatur so hoch ist, dass er dann die von oben zugeführte Sekundärluft direkt wieder "absaugt" ohne dass das Feuer in Gang gehalten werden kann.

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