Probleme trotz neuem Ofen

Alle allgemeinen Themen rund um Kamine und Öfen.

Moderator: ScarlettOHara

Antworten
Brenner89
Beiträge: 4
Registriert: 3. Okt 2019, 16:20

Probleme trotz neuem Ofen

Beitrag von Brenner89 » 3. Okt 2019, 17:10

Hallo,
ich habe mich gerade neu in diesem Forum angemeldet und hoffe auf ein paar Tipps und Erfahrungen von euch. Vielen Dank im Voraus!
Zu meinem Problem:
Wir haben vor 5 Jahren ein Einfamilienhaus gekauft. Das Haus ist Baujahr 1991. Wir haben es fast komplett renoviert.
Ein 9KW Vodtke Kachelofen war verbaut im offenen Wohn-Essbereich mit angrenzender offenen Küche. Außerdem geht eine Treppe nach oben in den oberen Stock und ist ebenfalls offen. Es dreht sich also um ein Volumen von ca 150m³. Der Ofeneinsatz/Brennkammer war leider defekt und sollte ausgestaucht werden. Wir haben uns dann letztes Jahr aufgrund des allgemeinen Zustands des Ofens für einen komplett neuen Ofen entschieden.
Unser Wunsch war es, bei einem neuen Kamin eine große Brennkammer und Scheibe zu haben um auch das Feuer für die Gemütlichkeit sehen zu können. Außerdem sollte er natürlich hauptsächlich zum heizen der oben aufgeführten Fläche genutzt werden. Es waren 3 Ofenbauer da die uns beraten haben. Wir haben uns dann aus Kostengründen leider gegen einen Ofen mit Wärmespeicherung entschieden. Uns war bewusst, das nur wenn der Kamin brennt die Räume geheizt werden. Soweit bis dahin. Ich habe dann den Wunsch geäußert, dass ich lieber zu viel Leistung habe und die Räume problemlos auf 25-30°C heizen kann. Somit würde die Wärme das Treppenhaus hochziehen und wenn es unten zu warm würde könnte ich oben die Zimmer öffnen um die Wärme dort zu nutzen. Die bestätigte der Ofenbauer.Wir haben uns dann für den unserer Meinung nach besten Ofenbauer entschieden. Er hat uns ein Angebot über einen Warmluftkamin (Ich hoffe das heißt so) mit 8KW Leistung erstellt. Hersteller Bef. Ich äußerte meine Bedenken, da ich im Netz auch schon vieles gelesen hatte und der Meinung war das es nicht genug Leistung sei.Er erklärte mir, dass das nur der angegebene Wert sei und man locker mit 10kw heizen kann wenn man mehr auflegen würde. Da gibt es ja auch eine Formel zu. Ich soll mir keine Gedanken machen, man würde es in kürze in den Räumlichkeiten locker auf 28°C schaffen. Das war mir wichtig, und wir bestellten den Ofen nach Angebot.
Ich habe den Kachelofen selbst ausgebaut und zum Aufstelltermin des neuen Ofens alles ausgeräumt,vorbereitet und abgeklebt um den Dreck einzudämmen.
Der Ofenbauer ist gekommen, stellte den neuen Brenneinsatz auf, der später ummauert wird, und meint es gäbe ein Problem mit dem Schornstein. Ich habe dann direkt den Schornsteinfeger angerufen und er hat das Aufstellen des 8KW Ofens abgelehnt aufgrund des Durchmessers des Abgasrohr wenn ich es richtig verstanden habe.Das haben die vorher gemessen!!??Der Ofenbauer hat daraufhin Möglichkeiten gesucht und nur einen Einsatz des gleichen Herstellers gefunden der zu meinem Schornstein passt. Er meinte dann zu mir, das es ein Einsatz mit 7KW sei, ich mir jedoch keine Sorgen machen müsste das dieser Einsatz das nicht schafft. Die Maße seien unwesentlich kleiner und sonst sie der Einsatz auch gleich. ok, dachte ich und sagte dummerweise ungesehen diesen Einsatz zu, da er von 2 Wochen Lieferzeit sprach und unser Haus einer Baustelle glich.
Der weitere Ablauf lief recht gut, als der neue Einsatz da und aufgestellt war, sagte ich noch, dass ich der Meinung bin das die Brennkammer recht klein sei. Auch dies konnte der Ofenbauer erläutern und sprach von neuer Technologie und man müsse nicht so viel Auflegen bei diesem Einsatz, er sei auch viel Effizienter als der vorherige. Ich wollte einfach endlich die Baustelle abschließen und Abends im schön warmen Haus das Feuer im Ofen betrachten. Jetzt haben wir letzten Winter damit geheizt. Leider entspricht nichts den Aussagen des Ofenbauers.Man bekommt die unteren Räume, die mit der Zentralheizung auf etwa 21°geheizt sind auf max 23 grad. Dann muss man aber schon wachsam sein und dauerhaft auflegen. Das Problem dabei ist es das es nicht möglich ist viel aufzulegen das die Brennkammer echt klein ist. Die Dämmung des Hauses wurde mit Wärmebildkamera überprüft und ist in Ordnung. Auch ein Blower-Door Test wurde erfolgreich ohne Auffälligkeiten durchgeführt. Außerdem musste ich nach einem Winter die Front des Ofens,die verputzt ist streichen, da sie stark verrust war. Der Ofenbauer meinte daraufhin zu mir, dies sei nicht zu vermeiden.
Ich habe das untere Gitter des Ofen einmal herausgenommen und gesehen, das der Ofen also der Grundofen auf jeweils 2 Pflastersteinen pro Fuß aufgestellt wurde. darf sowas sein?Ich fühl mich echt verarscht, da die ganze Aktion auch schlappe 7000€ gekostet hat. Kann man in Irgendeiner Weise dagegen vorgehen? Kennt sich jemand damit aus?Der neue Ofen steht noch keine 12 Monate. Ich bin echt maßlos enttäuscht und ratlos was ich machen soll. Vielen Dank für Eure Hilfe!

sicherer-ofenkauf.de
Beiträge: 407
Registriert: 13. Nov 2016, 08:44

Re: Probleme trotz neuem Ofen

Beitrag von sicherer-ofenkauf.de » 3. Okt 2019, 23:44

Guten Tag, da sind einige Fragen abzuklären.
Was steht alles in der Auftragsbestättigung oder Kaufvertrag? Handelt es sich tatsächlich um NUR 150m³?
Das wären bei einer Raumhöhe von 250 cm NUR 60 m²
Welchen Energiestand hat Ihr jetzt saniertes Haus? Ist vor dem Kauf eine Wärmebedarfsberechnung erfolgt?
Ist Ihr jetzt saniertes Haus ein Niedrigernergiehaus mit kontrollierter Raumlüftung.
wie heißt der Hersteller und das Modell des Ofens?
Wenn ich das weiß. kann ich konkreter auf Ihre Fragen antworten.
MfG Dieter Klaucke

dersupergrobi
Beiträge: 116
Registriert: 5. Okt 2016, 15:07

Re: Probleme trotz neuem Ofen

Beitrag von dersupergrobi » 4. Okt 2019, 14:43

ich frage mich bei dem Posting weiterhin,
was man mit 28-30 grad macht zum Heizen.

NIemand wird es in einem Haus aushalten, in welchem es so warm ist,
oder hat der Wunsch medizinische gründe?

Brenner89
Beiträge: 4
Registriert: 3. Okt 2019, 16:20

Re: Probleme trotz neuem Ofen

Beitrag von Brenner89 » 4. Okt 2019, 18:08

Hallo Herr Klaucke,

Vielen Dank das Sie sich die Zeit genommen haben und den langen Text gelesen haben.
In der Auftragsbestätigung steht der Einsatz des Herstellers BEF Therm 8 . Eingebaut und auf dem Kaufvertrag aufgeführt wurde der Einsatz BEF Feel 7.
Ich habe gerade die Räume nochmal grob vermessen und Sie haben Recht!Tatsächlich handelt es sich um ca. 220m³.
Es handelt sich leider nicht um ein Niedrigenergiehaus mit kontrollierter Raumlüftung.Das Haus wurde komplett mir Yton gemauert.
Eine Wärmebedarfsberechnung ist nicht Erfolgt. Ich habe lediglich einen Energieausweis aus dem Jahr 2013 bekommen.
Laut diesem Beträgt der erfasste Endenergieverbrauch des Gebäudes 64,40kWh/(m²-a)

Ich danke Ihnen für Ihre Mühe!

@dersuergrobi:
Es muss ja nicht zwangsläufig bedeuten, dass das Haus auf diese Temperatur geheizt wird. Im jetzigen Zustand schaffe ich jedoch nicht mal den oberen Flur mit zu heizen da die Leistung einfach nicht ausreicht. Es hat keinen medizinischen Hintergrund. Trotzdem habe ich mir Abende gewünscht an denen Ich sehr gerne 28°C erreicht hätte. 8-)

sicherer-ofenkauf.de
Beiträge: 407
Registriert: 13. Nov 2016, 08:44

Re: Probleme trotz neuem Ofen

Beitrag von sicherer-ofenkauf.de » 4. Okt 2019, 19:22

Der Kamineinsatz BEF Feel 7 hat ein maximales Raumheizvermögen von 175m³ Maximal heißt unter optimalen Bedingungen und sehr guter Dämmung des Haus. Sie haben aber schon 220m³ Sie haben somit ca. 25% mehr Raumvolumen als der Ofen maximal beheizen kann. Und das maximale Raumheizvermögen ist nicht berechnet um ein Gebäude auf 28 °C zu erwärmen. Der Ofen ist für Ihre Raumverhältnisse und Ihren persönlichen Wärmebedarf zu klein .Da wurden Sie falsch beraten.
Grundsätzlich. Was können Sie machen? Welche Gewährleistung haben Sie im Vertrag vereinbart. 2 Jahre oder 5 Jahre?
Aus Deutsche Handwerks Zeitung vom 15.06.2018
Ein Handwerker kann die Erfüllung eines Mängelgewährleistungsanspruchs des Auftraggebers ablehnen, wenn die Verjährungsfrist der Mängelansprüche abgelaufen ist (Eintritt der Verjährung). Die Gewährleistungsfrist beginnt grundsätzlich mit der Abnahme zu laufen. Deshalb sollte ein Handwerker nach Ausführung seiner Arbeiten besonderen Wert darauf legen, dass der Auftraggeber das Werk so schnell wie möglich abnimmt.
Leistung für die Gewährleistung mitentscheidend
Die Länge der Verjährungsfrist der Mängelansprüche kann in bestimmtem Maße vertraglich vereinbart werden. Ohne gesonderte Vereinbarung verjähren die Mängelansprüche bei Werkleistungen bei einem Bauwerk in fünf Jahren ab Abnahme.
Ein Bauwerk ist jede unbewegliche, durch Verwendung von Arbeit und Material in Verbindung mit dem Erdboden hergestellte Sache. Zudem muss die Werkleistung für die Konstruktion, den Bestand, die Erhaltung oder die Benutzbarkeit des betreffenden Gebäudes eine wesentliche Bedeutung haben. Bei Erneuerungs- und Reparaturarbeiten muss die Leistung ihrer Art und ihrem Umfang nach mit Errichtungsarbeiten vergleichbar sein. Werden Teile eingebaut, müssen diese mit dem Gebäude fest, d.h. eng und dauerhaft, verbunden werden.
Diese Voraussetzungen werden regelmäßig erfüllt sein, wenn die Werkleistung auf die Substanz des Bauwerks einwirkt und nicht nur unerhebliche Kosten verursacht – zum Beispiel: Einbau einer Zentralheizung, Einbau einer maßgefertigten Einbauküche, Ersteinbau einer Klimaanlage, umfangreiche Malerarbeiten im Rahmen einer vollständigen Renovierung eines Hauses und Errichtung einer Auf-Dach-Photovoltaikanlage.
Demgegenüber beträgt die Gewährleistungsfrist nur zwei Jahre, wenn die Arbeiten des Handwerkers kein Bauwerk in der vorstehend beschriebenen Weise betreffen, wie beispielsweise einfache Instandsetzungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen geringen Ausmaßes.
Haben die Parteien § 13 Abs. 4 VOB/B wirksam vereinbart beträgt die Gewährleistungsfrist für Werkleistungen bei Bauwerken vier Jahre, für andere Leistungen zwei Jahre. Besondere Vorschriften gelten in diesem Fall für Feuerungsanlagen sowie für bestimmte maschinelle, elektrotechnische und elektronische Anlagen.
Jetzt sollten Sie erst einmal den Ofenbauer kontaktieren, aber nur schriftlich per Brief mit Einschreiben persönliche Übergabe.
Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben die das abdeckt, können Sie auch einen Fachanwalt für Baurecht einschalten.
MfG Dieter Klaucke

Schwarzmann
Beiträge: 742
Registriert: 20. Jan 2016, 20:27

Re: Probleme trotz neuem Ofen

Beitrag von Schwarzmann » 4. Okt 2019, 22:54

.
Also, ein vernünftig gebautes EFH, noch dazu mit Blower Door Test und Wärmebildkamera-Check, sollte grad mal 50-60 W/m² benötigen, somit würde ein 7kW Kachelofen knapp 120-140 m² Wohnfläche beheizen können, ALLEINE und bei draußen minus 15 Grad !!

Toll wären BILDER vom Ofen.

Oft ist die Warmluftkammer ungünstig ausgeführt oder die Warmluftöffnungen sind zu klein.

WAS war denn GENAU das Problem mit dem Schornsteinanschluß? War der Schornstein zu klein für den Rauchrohranschluß?
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

Brenner89
Beiträge: 4
Registriert: 3. Okt 2019, 16:20

Re: Probleme trotz neuem Ofen

Beitrag von Brenner89 » 8. Okt 2019, 22:02

Genau, es war ein 200mm Abgasrohr bei dem zuerst vorgesehen Ofen und das hat der Schornsteinfeger nicht abgenommen.
Ich werde mal Bilder machen und schicken. Danke!

Brenner89
Beiträge: 4
Registriert: 3. Okt 2019, 16:20

Re: Probleme trotz neuem Ofen

Beitrag von Brenner89 » 13. Okt 2019, 10:41

https://www.pic-upload.de/gal-1231269/2y4odo/1.html

Hallo Zusammen,
ich habe ein paar Bilder hochgeladen und hoffe auf weitere hilfreiche Antworten.
Man sieht schon wieder nach der fünften Feuerung, dass die Front leicht braun ist :x

Vielen Dank und einen schönen Sonntag.

Antworten