Erfahrung Wasserführender Kaminofen

Hier werden alle technischen Fragen zu Kaminen und Öfen behandelt.

Moderator: ScarlettOHara

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Thorti
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Erfahrung Wasserführender Kaminofen

Beitrag von Thorti » 7. Jun 2020, 18:20

Hallo zusammen, ich hab mich hier angemeldet weil mich folgende Überlegung beschäftigt und ich über Google und Facebook keine passenden Antworten finde.
Wir haben ein Massivhaus von '64 mit Anbau von '81. 2 Vollgeschosse, 170qm, 4 Personen. Nur die oberste Geschossdecke ist gedämmt. Wir haben beim Kauf eine neue Brennwertgasheizung montiert und kurz darauf einen Oranier Polar 6 Kaminofen ins Wohnzimmer gestellt. Nun ist es so das wir das 50qm Wohnzimmer schnell (auch mal zu) warm bekommen, aber wenig Wärme nach oben ins Haus bekommen. Unser Gasbedarf liegt bei rund 18000kwh.
Nun die Überlegung den Kamin gegen ein Wassergeführtes Exemplar (evtl Olsberg Tolima Aqua) auszutauschen da wir die Wärme dann fürs ganze Haus gezielt nutzen könnten. Als Pufferspeicher hab ich mir 800L ausgeguckt-nach div Fausformeln berechnet...
Die Frage bleibt-wie hoch kann man die Ersparniss einschätzen???
Alle Beispiele beziehen sich darauf das man vorher nur mit Öl oder Gas heizt. Da wird durchschnittlich von 50% Ersparniss gesprochen. Allerdings sparen wir ja bereits Gas mit dem Kaminofen...
Was sind eure Erfahrungswerte?
Ich möchte nicht rund 6000€ ausgeben und zur Amortisation 25 Jahre benötigen.

Schwarzmann
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Re: Erfahrung Wasserführender Kaminofen

Beitrag von Schwarzmann » 17. Jun 2020, 23:44

Im Prinzip braucht ja immer das HAUS die Energie - NICHT die Heizung. Daher wärs gut und höchste Zeit wenn man das alte Ding mal zeitgemäß dämmmt, dann verringert sich die unnötige Heizerei sofort UND es ist gemütlicher im Haus weil die Wände nicht mehr kalt sind. Also in die VERRINGERUNG des Wärmebedarfs investieren, NICHT einfach Geld rauswerfen zum Heizen um diesen "Eimer mit Löchern" ständig nachzufüllen.

Heizen mit Holz kostet IMMER zumindest Arbeit, wenn man das Holz nicht praktisch umsonst bekommt rechnet sich das an sich nie. Will man den 18000kWh-Verbrauch halbieren (wobei man ja ca 20-30% Warmwasseranteil hat den man eher nicht wegheizen kann) , muss man also ca 9000 kWh Holz PLUS die Wirkungsgrad-Defizite der Holzfeuerung (ca 20%) also am Ende ca 11 000 kWh aufwenden, das wären so grob 6 RM Holz. Diese kosten meines Wissens auch so ca 720 €. Die 9000 kWh Gas kosten ca 630 €. Somit ergibt sich in KEINEM Fall ein wirtschaflicher Gewinn oder sonstiger Mehr-Nutzen. Da ist dann noch nicht der Schornsteinfeger mit den Kosten und der Dreck im Wohnzimmer vom Holz und die Putzerei des Ofens mit drin.

Natürlich kann das je nach Holzbeschaffungskosten auch etwas positiver ausfallen, aber eine Amortisation lässt sich eher NICHT erreichen...
Viel Erfolg beim Ausprobieren und Feuern

Grüße vom Schwarzmann


(zur Zeit kein eigener Ofen)

Bild
https://www.youtube.com/watch?v=wwoIzLTl_i8

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